Politik verkündet erste Meilensteine

Finanzbildungsplattform live gestellt

„Mit Geld und Verstand – Finanzielle Bildung zahlt sich aus“, heißt die Weiterbildungsplattform der Bundesregierung, mit der Lücken in der Finanzbildung gefüllt werden sollen. Das Angebot ist umfangreich, allerdings unübersichtlich. Das Angebot soll weiter ausgebaut werden.

Christian Linder und Bettina Stark-Watzinger

Verkündeten den Start ihrer Finanzbildungsplattform: Finanzminister Christian Linder (rechts) und Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger. | Quelle: Sean Gallup / Staff

„Finanzielle Bildung ist ein Instrument zur Selbstermächtigung. Zur vollen gesellschaftlichen und ökonomischen Teilhabe gehört es, dass jede und jeder individuell für sich kompetente finanzielle Entscheidungen treffen kann – von Versicherungs- und Vorsorgeentscheidungen bis hin zur Frage, ob und mit welchem Risiko Kapitalmarktchancen genutzt werden.“ Mit diesen Worten verkündete Finanzminister Christian Lindner zusammen mit Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (beide FDP) im März dieses Jahres den Start ihrer Initiative für mehr finanzielle Bildung. Nun wurden die „ersten Meilensteine“ – so der Tenor der beiden Ministerien – präsentiert. 

Hierzu gehört die Live-Schaltung der Finanzbildungsplattform „Mit Geld und Verstand – Finanzielle Bildung zahlt sich aus“. Auf dieser sollen künftig die öffentlichen Informationsangebote zum Thema veröffentlicht werden. Berücksichtigt werden dabei unter anderem Inhalte der BaFin, der Bundesbank, der Deutschen Rentenversicherung Bund sowie zahlreicher Bundes- sowie Landesministerien.

Insgesamt 420 Inhalte lassen sich auf dieser derzeit finden. Das Angebot reicht von Info-Videos zur Schuldenbremse und zum Bundeshaushalt über diverse Q&A über Versicherungen, Informationen zur gesetzlichen Rente bis zu den Verbraucherschutz-Podcasts der BaFin.   

Unübersichtliches Angebot

Das Angebot erscheint auf jeden Fall breit und wirkt auf den ersten Blick überfordernd. Zwar lassen sich die Inhalte nach bestimmten Interessengebieten ordnen bzw. für einen von drei Lebensmomenten (Start in die Finanzwelt, Familiengründung, Im Ruhestand) filtern, doch fühlt man sich als Nutzer nicht wirklich an die Hand genommen.

Wer nach bestimmten Begrifflichkeiten sucht, muss präzise sein. Wer beispielsweise den Suchbegriff „Berufsunfähigkeit“ verwendet, bekommt keine Ergebnisse angezeigt. Nur wer „Berufsunfähigkeitsversicherung“ eingibt, wird auf eine Info-Seite der BaFin zum Thema verwiesen. Auch wer nach „Gebäudeversicherung“ sucht, dürfte frustriert sein – stattdessen muss nach „Wohngebäudeversicherung“ gesucht werden, um ein Ergebnis angezeigt zu bekommen.

Allerdings soll die Bildungsplattform in ihrer jetzigen Form auch nur als erster Schritt verstanden werden wissen. Im kommenden Jahr soll sie weiter ausgebaut werden und auch Inhalte privater Anbieter einschließen.

„Das ist der Startschuss – wir wollen die Plattform weiterentwickeln und auf weitere qualitätsgesicherte Angebote ausweiten“, verkündete Finanzminister Lindner angesichts der Live-Schaltung.

Neben der Finanzbildungsplattform hat die Bundesregierung auch eine Richtlinie zur Forschung zu finanzieller Bildung veröffentlicht. Diese bildet die Grundlage für Forschungsprojekte, die ab kommendem Jahr einen besseren Überblick über die finanzielle Bildungssituation in Deutschland liefern sollen.