Vergleich oder Urteil?

Versicherungsstreit um Verona Pooth: So geht es jetzt weiter

Wie geht es weiter in dem Rechtsstreit zwischen Werbe-Ikone Verona Pooth und ihrem früheren Versicherungsmakler? Nach dem ersten Verhandlungstag am Landgericht Düsseldorf hat die zuständige Richterin offenbar einen Vergleich angeregt. Ob es dazu kommt, ist aber noch offen.

Verona Pooth am Düsseldorfer Landgericht

Verona Pooth während der Verhandlung am Düsseldorfer Landgericht. | Quelle: picture alliance/dpa | Federico Gambarini

Am Düsseldorfer Landgericht kam es am Montag zu einem ersten Showdown zwischen Verona Pooth und ihrem früheren Versicherungsmakler, der sich durch seine Anwälte vertreten ließ. Wie berichtet, fordert Pooth von dem Makler Schadenersatz in Höhe von rund 700.000 Euro.

Einbruch mit Millionenschaden

Der Rechtsstreit ist die Spätfolge eines spektakulären Einbruchs in ihre Villa in Meerbusch am Heiligabend 2021. Pooth zufolge wurden dabei Schmuck und Luxusuhren im Gesamtwert von über einer Million Euro gestohlen. Wegen einer angeblich fehlerhaften Beratung durch ihren Makler und einer daraus resultierenden Unterversicherung habe ihr Versicherer, die Helvetia, nur einen Teil des Schadens ersetzt – die Rede ist von rund 650.000 Euro.

Der beklagte Makler weist alle Anschuldigungen von sich. Nach Informationen der Bild-Zeitung soll Antonia Roters, die zuständige Richterin am Landgericht Düsseldorf, bei der Verhandlung am Montag nun eine gütliche außergerichtliche Einigung angeregt haben – auch im Hinblick darauf, dass es gewisse Risiken für die Klägerin gebe. Im Raum steht nun angeblich ein Drittel der geforderten Summe, rund 295.000 Euro.

Pooth will nun offenbar überlegen, ob sie diesen Vorschlag annimmt. Die Bild-Zeitung zitiert sie mit den Worten: „Natürlich bin ich nicht begeistert. Aber ich möchte das jetzt auch irgendwie mal abschließen, deshalb werde ich mich mit der Gegenseite über eine Einigung unterhalten. Ich hoffe, dass sie noch etwas höher ausfällt als der Vorschlag.“

Neuer Gerichtstermin angesetzt

Wie procontra von einer Gerichtssprecherin erfuhr, ist bereits für den 11. Mai ein neuer Termin in dem Rechtsstreit angesetzt worden. Sollte es vorher zu keiner Einigung kommen, könnte das Gericht an diesem Tag ein Urteil verkünden. Das muss allerdings nicht bindend sein; beide Parteien haben die Möglichkeit, Berufung einzulegen. Dann würde die Sache weiter vor dem Oberlandesgericht verhandelt.

Die Helvetia hat unterdessen eine Stellungnahme abgelehnt. Man wolle sich zu laufenden Verfahren nicht äußern, so eine Unternehmenssprecherin gegenüber procontra.

Long Story short

  • 700.000 Euro Forderung: Verona Pooth verlangt Schadenersatz von ihrem früheren Versicherungsmakler wegen angeblicher Falschberatung.

  • Vergleich im Gespräch: Das Gericht brachte eine Einigung über rund 295.000 Euro ins Spiel – Pooth prüft den Vorschlag.

  • Neuer Termin am 11. Mai: Kommt es zu keiner Einigung, könnte ein Urteil fallen; eine Berufung wäre möglich.