„Was nutzen die ganzen Rentenerhöhungen, wenn immer mehr Rentner in die Steuerpflicht rutschen. Die Steuerpflicht wird für immer mehr Rentner zum Problem“, kommentiert FDP-Finanzexperte Frank Schäffler die Antwort der Bundesregierung auf seine kleine Anfrage. Schon bekannt: Im Zuge der Rentenanpassung zum 01. Juli 2019 werden etwa 48.000 Rentner steuerpflichtig.
Nach Angaben der Bundesregierung waren es bisher rund 4,4 Millionen Rentner. Und die zahlten pro Jahr etwa 33 Milliarden Euro Einkommenssteuer.
Allerdings, so die Bundesregierung, seien unter den steuerpflichtigen Rentnern nur 600.000, die neben der gesetzlichen Rente über keine weiteren Einkünfte verfügen. Verantwortlich für die Steuerzahlungen seien vielmehr Nebeneinkünfte, wie solche aus Immobilienvermietung oder -verpachtung.
5 Mio. unter 500 Euro
Dass diese Nebeneinkünfte zur gesetzlichen Rente durchaus keine schlechte Idee sind, zeigen Zahlen, die die AfD-Fraktion im Bundestag erfragte (19/8589). Demnach haben Ende Dezember 2017 insgesamt 5.035.257 Frauen und Männer einen Rentenzahlbetrag unter 500 Euro erhalten. Auf einen Rentenzahlbetrag von unter 1.000 Euro kommen 11.067.324 Rentnerinnen und Rentner.
„Deutscher Bürgerfonds“: 16.000 Euro pro Kopf
„Wegen des seit Jahren niedrigen Zinsniveaus fällt es vielen Menschen heute schwer, privates Vermögen aufzubauen. Gleichzeitig werden bei vielen die Leistungen der umlagefinanzierten Rentenversicherung kaum ausreichen, um eine gute Versorgung im Alter zu sichern. Hier könnte das Instrument eines ‚Deutschen Bürgerfonds‘ einspringen“, sagt Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts. Das ifo untersuchte, wie ein solcher „Bürgerfonds“ konzipiert sein müsste, um vor allem bei Geringverdienern die klaffenden Versorgungslücken zumindest ansatzweise zu stopfen.
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Erhebliche Renditedifferenz erwartet
Die Wirtschaftswissenschaftler verweisen in ihrer Untersuchung darauf, dass die deutschen Staatsschulden mittlerweile die europäische Verschuldungsgrenze von 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts unterschritten haben. Diese hervorragende Bonität ermögliche es, Kredite günstig aufzunehmen und bei einer Reinvestition eine erhebliche Renditedifferenz zu erzielen. „Dabei wird der Umstand genutzt, dass für Aktien und Immobilien weiterhin ansehnliche Renditen erzielbar sind, wenngleich aufgrund von Kurs- und Wertschwankungen nicht in jedem Jahr“, heißt es vom ifo dazu.
Bürgerfonds: Ähnlich wie Lebensversicherung
Die Differenz zwischen Schuldendienst und Anlagerendite würde also in eine Kapitalleistung fließen – wie bei einer Lebensversicherung. Die Simulationen der Forscher mit verschiedenen Szenarien und Annahmen zu den erzielbaren Renditen gehen von einer kreditfinanzierten Investition in Höhe von 0,5 Prozent des BIP pro Jahr und einer durchschnittlichen Renditedifferenz von zwei Prozentpunkten aus. Der Fonds würde nach 50 Jahren seinen Reifezustand mit dem ersten Altersjahrgang, für den im gesamten Erwerbsalter Erträge im Fonds angesammelt worden sind, erreichen. Die Kapitalleistung beträgt in diesem Fall pro Kopf im Alter von 67 Jahren gut 16.000 Euro (in Preisen von 2020), errechnete das ifo. Bei einer durchschnittlichen Renditedifferenz von drei Prozentpunkten würde die Kapitalleistung sogar auf etwa 30.000 Euro steigen, rechneten die Experten aus. In den rentennäheren Jahrgängen würden die Auszahlungen geringer ausfallen.
Bürgerfonds vor Zugriff schützen
Allerdings warnten die Wirtschaftswissenschaftler davor, die Verwaltung des Fonds dem politischen Tagesgeschäft zu überlassen. Besser wäre, so das ifo, wenn die Verwaltung des „Deutschen Bürgerfonds“ durch die Bundesbank erfolgen würde.
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