4 Investmenttrends, die Makler nutzen können

Die Deutschen sparen wie lange nicht mehr, doch lassen trotzdem zahlreiche Chancen bei der Geldanlage ungenutzt. Wie es besser geht, haben nun die LV 1871 und das Institut für Vermögensaufbau herausgearbeitet. Makler können die Trends als Beratungsansatz für sich nutzen.

Die Corona-Pandemie hat der Sparbereitschaft der Deutschen weiter Auftrieb verliehen – statt in den Urlaub zu fliegen, haben viele Bundesbürger im vergangenen Jahr ihr Geld auf die hohe Kante gelegt. Laut Statistischem Bundesamt stieg die Sparquote im vergangenen Jahr deutlich an – 2020 betrug sie 16,3 Prozent, 2019 hatte sie noch 10,9 Prozent betragen.  

Viele Deutsche geraten aber in die Gefahr, zu versparen. Statt ihr Geld renditeträchtig zu investieren, deponieren sie es vorwiegend auf Girokonten bzw. Sparbüchern, wie unlängst eine Studie des Verbands der Privaten Bausparkassen zeigte.  

Für Vermittler liegt in der Spar-Misere der Deutschen zugleich eine Chance: Sie können ihren Kunden Alternativen zu Sparbuch und Co. aufzeigen und sich als Vorsorgeberater positionieren. Fünf Investmenttrends, die Vermittler in der Kundenansprache nutzen können, hat nun die LV 1871 in Zusammenarbeit mit dem Institut für Vorsorge und Finanzplanung zusammengetragen.  

Trend 1: Investieren statt verkaufen  

Die fallenden Börsenkurse im vergangenen Frühjahr veranlasste viele Deutsche, sich von ihren Aktien zu trennen. Dabei hätten die kurzfristigen Kursverluste eine Chance dargestellt, weitere Investitionen zu tätigen. Hier sollten Makler ansetzen, rät LV 1871-Vorstand Hermann Schrögenauer: „In Krisenzeiten sind Vorsorgevermittler daher besonders gefragt, ihren Kunden die Angst vor kurzfristigen Wertverlusten zu nehmen und den Fokus auf den langfristigen Vermögensaufbau zu lenken. Denn wer bei Börsencrashs panisch verkauft, läuft Gefahr, die meist rasche Erholung im Anschluss zu verpassen.“    

Trend 2: Aktien statt Immobilien  

Die Preise für Immobilien steigen und steigen – ein Ende ist dabei bislang noch nicht absehbar. Laut Experten des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts wird sich in zahlreichen Landkreisen der Preisanstieg bis mindestens 2030 weiter fortsetzen. Für Käufer wird es dadurch immer herausfordernder, den Kaufpreis durch Mieteinnahmen wieder hereinzuholen. So zeigte ein Bericht der Bundesbank aus dem Februar, dass in manchen deutschen Großstädten Immobilien um bis zu 30 Prozent zu hoch bewertet werden. Zudem bestehe die Möglichkeit, dass die Immobilienpreise einbrechen können, warnen LV 1871 und IVA. Zwar können auch die Kurse von Aktien sinken, doch hätte allein die Entwicklungen des vergangenen Jahres gezeigt, dass sich die Kurse schnell wieder erholten. Wer bereit sei, kurzfristig hohe Schwankungen auszuhalten, fährt langfristig mit Investitionen in Aktien sehr viel sicherer als mit Immobilienspekulationen, heißt es von Seiten der LV 1871.    

Trend 3: Gutes tun und Vermögen aufbauen  

Nachhaltigkeit liegt im Trend und wird ab 2022 auch im Beratungsprozess eine stärkere Rolle spielen. Kunden müssen sich dabei nicht zwischen Nachhaltigkeit und Rendite entscheiden – oftmals schneiden nachhaltige Anlagen gar bessere ab als traditionelle, zeigt beispielsweise eine Meta-Studie der Universität Hamburg. IVA-Vorstand Dr. Dirk Rathjen warnt aber davor, bei der nachhaltigen Geldanlage nur auf den Umwelt-Aspekt zu setzen. „Klimaschutz allein reicht nicht, um Fonds als nachhaltig einzustufen. Anstatt alle Pferde auf Windenergie zu setzen, empfehlen wir ganzheitliche Investmentstrategien, die nicht nur die Umweltfaktoren, sondern ebenso die sozialen und Governance-Aspekte berücksichtigen.“ Viele moralisch hochwertige Fonds würden Klumpenrisiken aufweisen, die Anleger mit einer guten Diversifikation des Risikos vermeiden könnten.  

Trend 4: Deckungsstock statt Rentenfonds  

Rentenfonds sind insbesondere bei risikoarm orientierten Anlegern beliebt, werfen aufgrund der hohen Anleihenkurse und des niedrigen Zinsniveaus jedoch kaum noch etwas ab. Deutsche Bundesanleihen mit 10 Jahren Laufzeit haben aktuell zum Beispiel eine Rendite von -0,3 Prozent, von der auch noch die Kosten des Rentenfonds abgehen. Dagegen lagen die Verzinsungen der Sicherungsvermögen von Versicherern im Branchenschnitt bei ca. 2,01 Prozent im Jahr 2021.