Guter Rat ist teuer – das trifft insbesondere bei rechtlichem Rat zu. Für ein Gerichtsurteil in erster Instanz können je nach Streitwert die Kosten für Gericht und Anwalt schon einmal fünfstellig ausfallen.
Gegen dieses Risiko sichern sich immer mehr Deutsche mit einer Rechtsschutzversicherung ab. Laut Branchenverband GDV nahm die Vertragszahl im Bereich Rechtsschutz von 19,3 Millionen im Jahr 2000 auf 23,1 Millionen im Jahr 2020 zu. Ein Plus von 3,8 Millionen Verträgen in gerade einmal 20 Jahren.
Noch Potenzial für Makler
Das Potenzial für Makler ist dennoch nicht ausgereizt, meinte jüngst KS/Auxilia-Vorstandschef Rainer Huber bei einem virtuellen Maklerforum. Denn während die Haushaltsabdeckung bei Rechtsschutzpolicen bei 45 Prozent liegt, ist sie bei den Maklerbeständen (rund 4,6 Millionen Verträge) mit geschätzt 20 bis 30 Prozent deutlich niedriger.
Makler mussten ihre Kunden zuletzt jedoch über steigende Prämien informieren – Grund dafür sind unter anderem die gestiegenen Anwalts- und Gerichtsgebühren.
Viele Versicherer verlangen zudem einen Selbstbehalt. „Einen Versicherungsschutz ohne Selbstbehalt bieten nur noch die wenigsten Gesellschaften an“, erklärt Versicherungsanalyst Wilfried Schwarzer von Morgen & Morgen gegenüber der „Wirtschaftswoche“, für die das Analysehaus Rechtsschutzversicherungen am Markt einem Test unterzogen hat.
Suche nach Preis-Leistungs-Siegern
Gesucht wurde dabei nach den Policen mit dem besten Preis-Leistungs-Gefälle in zwei Musterfällen. Zum einen für einen sparsamen Single, zum anderen für eine etwas spendablere Familie. Versichert wurden jeweils die Bausteine Privat, Beruf, Verkehr und Wohnung. Um die Prämie zu senken, wählte der Single einen Selbstbehalt in Höhe von 500 Euro, bei der Familie sind es 150 Euro.
Beim Preis-Leistungs-Sieger für den Single ermittelte Morgen & Morgen zwei Tarife, die die Note „sehr gut“ verliehen bekamen. Preis-Leistungs-Sieger ist hier die KS/Auxilia (JurPrivat) mit einer Gesamtpunktzahl von 76,25, die zweitplatzierte Örag (Rechtsschutz Privat) erhielt 69,25 Punkte, ist dafür aber 9,10 Euro günstiger im Jahr. Weitere sieben Tarife wurden mit „gut“ bewertet, zwei mit „befriedigend“ und drei mit „ausreichend“ (das gesamte Rating finden Sie hier)
Der Familienvater kann sogar aus sechs „sehr guten“ Tarifen auswählen. Auch hier wurde die KS/Auxilia (Rechtsschutz) mit der höchsten Punktzahl bedacht. Mit einer Jahresprämie von 357 Euro ist sie wesentlich günstiger als die übrigen mit „sehr gut“ ausgezeichneten Tarife, die auf eine Jahresprämie zwischen 525,81 und 849,84 Euro kommen. Weitere vier Tarife erhielten die Note „gut“, zwei „befriedigend“ und einer „ausreichend“.
Sehr große preisliche Unterschiede zwischen den einzelnen Tarifen hatte auch die Stiftung Warentest bei ihrem Test im Frühjahr dieses Jahres festgestellt. Eine „sehr gute“ Note bekam damals allerdings kein Tarif ausgestellt – als Testsieger gingen der ADAC („Premium“) sowie zwei Tarife der Arag („Aktiv Premium“ und „Aktiv Premium Flex“) hervor.
Die Meinung der Makler erscheint dabei wie eine Melange der beiden Ratings. In der letztjährigen Maklers Lieblinge-Umfrage wählte die Mehrheit (30,3 Prozent) die KS/Auxilia zu ihrem favorisierten Anbieter. Es folgten die Arag (23,9) sowie die Concordia (9,6).

