AfW: So viel/wenig verdienen Makler

Versicherungs- und Finanzmakler haben 2019 ihren Umsatz um vier Prozent und ihren Gewinn um acht Prozent gesteigert. Allerdings verdienen zwei von drei freien Vermittlern weniger als 50.000 Euro im Jahr, zeigt das AfW-Vermittlerbarometer.

Vermittler verdienen weniger als oftmals gedacht.

Neue Einkommensdaten zeigen, dass die auch in der Politik teilweise noch kolportierten Klischees von einer im Geld schwimmenden Vermittlerschaft nicht der Realität entsprechen, sagt AfW-Vorstand Frank Rottenbacher. Bild: AfW

Im Durchschnitt erzielte ein Vermittler in 2019 einen Umsatz in Höhe von 108.120 Euro und einen Gewinn von rund 55.000 Euro. Dies ist ein Ergebnis des AfW-Vermittlerbarometers, der jährlichen Online-Branchenumfrage des AfW Bundesverband Finanzdienstleistung. Dabei befinden sich jedoch zwei Drittel der befragten 1.586 Vermittler im Gewinn-Segment von nur bis 50.000 Euro. Nur jeder siebte Vermittler (13,9 Prozent) erreicht einen Gewinn von über 100.000 Euro - siehe Grafik. 81 Prozent der Befragten wiesen sich als unabhängige Versicherungsmakler aus.

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Das Vermittlerbarometer gibt jedes Jahr einen Einblick in die aktuelle Einkommenssituation von Versicherungs- und Finanzmaklern. Im Jahr 2018 waren es im Schnitt 49.970 Euro Gewinn beziehungsweise Überschuss aus den jährlichen Provisionseinnahmen und damit 2.570 Euro mehr als 2017 gewesen (procontra berichtete). Eine BVK-Analyse war im Sommer 2019 zu ähnlichen Ergebnissen gekommen (procontra berichtete).

Unrentable Vermittlerbüros geschlossen oder übernommen

Nach Ansicht des BVK sollte der Gewinn mindestens so hoch sein wie das Jahresgehalt eines Arbeitnehmers mit dem entsprechenden Tätigkeitsprofil. Einzelunternehmer müssten mindestens 50.000 Euro Gewinn vor Steuern erzielen, um die vielfältigen Aufgaben, die Verantwortung und das unternehmerische Risiko des Inhabers eines Vermittlerbetriebes angemessen honoriert zu bekommen.

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Die Ergebnisse des Vermittlerbarometers vom November 2019 sind nun in Gänze veröffentlicht und beinhalten Daten aus dem vollen Jahr 2018 und teilweise schon aus 2019. Dabei zeigte sich: „Die Klischees von einer in Geld schwimmenden Vermittlerschaft entsprechen nicht der Realität“, sagt AfW-Vorstand Frank Rottenbacher. „Die Erhöhung des durchschnittlichen Gewinns resultiert daraus, dass kleine und unrentablere Vermittlerbüros aufgeben oder von größeren Unternehmen übernommen werden, die dann effizienter mit den Beständen arbeiten können“, so Rottenbacher weiter. Folge: Es kam zu einer Abnahme bei den Gewinnen von unter 50.000 Euro und der Zunahme bei den Gewinnen ab 75.000 Euro (procontra berichtete).

Vergütung sollte für Kunden transparent gemacht werden

Die Transparenz bei der Vermittlervergütung ist relativ stark ausgeprägt. So bejahen 69 Prozent der Immobiliar-Darlehensvermittler (nach Paragraf 34i GewO) die Aussage, dass ihre Kunden wissen, wie und in welcher Höhe sie für ihre Beratungsleitung vergütet werden. Die Versicherungsvermittler haben hier jedoch noch Nachholbedarf. Hier bekundete nur jeder zweite (49 Prozent) Vermittler, dass seine Kunden über die Vergütung Bescheid wüssten. 22 Prozent lehnten die Aussage zur Transparenz in der Vergütung ab, 26 Prozent standen der Aussage neutral gegenüber.

Dennoch befürwortet eine deutliche Mehrheit auch der 34d-Vermittler eine klare Kommunikation gegenüber den Kunden. Der Aussage „Ich habe eine klare Beschreibung meines Mehrwerts als Berater und meine Kunden wissen, welche Leistung ich erbringe und welchen Wert die Zusammenarbeit mit mir hat“, stimmten 79 Prozent der Versicherungsvermittler zu.

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