AKS: Wo Makler bevorzugt ihre Kunden eindecken

Eine neue Studie benennt die Favoriten der Makler bei der Absicherung gegen Berufsunfähigkeit. Welche Leistungskriterien und Services für Makler wichtig sind, wird deutlich stärker beleuchtet als in den jüngsten BU-Ratings.

Kürzlich veröffentlichte das Analysehaus Morgen & Morgen sein jährliches BU-Rating. Ergebnis: 447 von 571 untersuchten Tarifen und Tarifkombinationen erhielten die Höchstnote – das sind fast 80 Prozent aller Angebote und 41 Tarife mehr als im Vorjahr. Nur 13 Tarife sind „sehr schwach“ bewertet worden, meist BU-Einsteiger-Angebote.

Das Rating zeigt: Die Versicherer rüsten inhaltlich weiter auf. So bieten nun 27 Gesellschaften die Teilzeitklausel in ihren Bedingungswerken, mit der Teilzeitbeschäftige einen leichteren BU-Nachweis schaffen (Vorjahr: 14). Die Kehrseite der Medaille: Über alle Tarife hat sich der BU-Schutz um rund 1,0 Prozent verteuert. Bei einer Analyse von 50 gängigen Berufen stiegen die Preise für die günstigsten Tarife im Neugeschäft laut Morgen & Morgen um 3,1 Prozent. „Dennoch besteht bei den gut bewerteten Versicherern kein signifikantes Risiko für starke Beitragserhöhungen im Bestand“, so Andreas Ludwig, Bereichsleiter Rating & Analyse.

Versicherer nehmen meiste Anträge auf Versicherung an

Wichtig für die Beratungstätigkeit des Maklers: Nicht jeder, der eine BU-Versicherung abschließt, ist gesund. Unter den Beantragenden mit Vorerkrankungen werden jedoch 77 Prozent ohne Erschwernis angenommen, hat Morgen & Morgen ermittelt. 15 Prozent würden mit Ausschlüssen und/oder Zuschlägen abgesichert. Nur vier Prozent erhielten eine Absage des Versicherers.

Wer im BU-Fall eine Leistung beantragt, erhält längst nicht immer diese Leistung. Laut Analysehaus scheitert das in 38 Prozent der Fälle daran, dass der Kunde die Kommunikation mit dem Versicherer abbricht. Dies sollte ihm mit einem professionellen Makler an seiner Seite eigentlich erspart bleiben.

Auf welche Kriterien Makler bei der Auswahl achten

Schwieriger sind die fast 37 Prozent der Fälle, wo der Versicherer behauptet, dass die nötigen 50 Prozent BU-Grad für die BU-Leistung nicht erreicht werden. Da helfen nur ärztliche Gutachten. Alle anderen Ablehnungsgründe sind beinahe zu vernachlässigen: vorvertragliche Anzeigepflichtverletzungen (sieben Prozent) und Anfechtung beziehungsweise Betrug (sieben Prozent).

Die Studie „BU/Arbeitskraftabsicherung 2022“ der BBG Betriebsberatung hat nun die Qualität der Versicherer aus Sicht der Makler untersucht und deren Favoriten ermittelt. Gemessen wurde nach insgesamt 14 Leistungskriterien aus den Bereichen Unternehmensführung, Produktmanagement, Vertriebsunterstützung und Abwicklungsservice. Mitgemacht hatten 453 unabhängige Vermittler, davon 84 Prozent Versicherungsmakler, die es im Schnitt auf 250.000 Euro Jahresumsatz bringen.

Die wichtigsten Leistungskriterien aus Maklersicht

Das wichtigstes Leistungskriterium ist für Makler demnach die Produktqualität der Gesellschaft, gefolgt von der Abwicklung im Leistungsfall sowie der Tarifflexibilität. Das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Finanzstärke rutschten in der Einordnung der Makler leicht nach hinten. Erstaunlich: Relativ unwichtig werden die Courtageausgestaltung, Angebotsrechner und Vertriebsunterstützung eingeschätzt.

Mit weitem Abstand dominieren BU-Policen den Umsatz der Makler im Bereich Arbeitskraftabsicherung (wie im Vorjahr 96 Prozent). Es folgen dann Grundfähigkeitsversicherung mit 47,9 Prozent (2021: 49,7 Prozent), Dienstunfähigkeitsversicherung mit 45,5 Prozent (erstmals abgefragt), BUZ-Rente mit 32,7 Prozent (2021: 31 Prozent), Dread-Desease-Versicherung mit 28 Prozent (2021: 31 Prozent) und BUZ-Policen mit reiner Beitragsbefreiung (unverändert 26 Prozent), wobei Mehrfachnennungen erlaubt waren. Multi-Risk-Policen (Unfall oder Leben) rangieren wieder am Ende, auch Pflegerenten (16,1 Prozent) und Erwerbunfähigkeitspolicen (16,8 Prozent) stagnieren.

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BU-Anbieter mit dem höchsten Umsatz bei Maklern

Den meisten Umsatz aufgrund der individuell gewichteten Leistungskriterien machen Makler in der BU-Versicherung mit Alte Leipziger, mit weitem Abstand folgen dann Nürnberger und Swiss Life. Auf den folgenden Plätzen: Volkswohl Bund, LV 1871 und Allianz. Dieselbe Rangfolge hatte es schon im Vorjahr gegeben. In der Dread-Desease- beziehungsweise Multirisk-Versicherung ist unter nur acht gelisteten Gesellschaften weiter Canada Life der Liebling der Makler, gefolgt von Nürnberger und Swiss Life. Auf den folgenden Plätzen: Zurich und Allianz.

Last but not least die Grundfähigkeitsversicherung: Wiederum liegt Canada Life an der Spitze in der Maklergunst unter zehn Anbietern – wie im Vorjahr vor Nürnberger und Volkswohl Bund. Auf den folgenden Plätzen: Dortmunder (Online-Tochter des Volkswohl Bund) und Allianz.

Meist gewünschte Services der Makler

Größter Wunsch der Makler: Ein Produkt der Arbeitskraftabsicherung sollte einen lückenlosen Übergang zwischen Krankengeld beziehungsweise Krankentagegeld und der BU beinhalten, sagen 85 Prozent der Befragten. Fast 71 Prozent der unabhängigen Vermittler achten bei einer Produktempfehlung auch auf die Leistungsquote der Anbieter (2021: 59 Prozent).

Die Versicherer sollten ihre elektronischen BU-Risikoprüfungsangebote künftig ausbauen, fordern 61 Prozent. Gut finden es auch 53 Prozent der Makler, wenn externe Anbieter wie Franke und Bornberg oder Morgen & Morgen ihre elektronischen BU-Risikoprüfungsangebote künftig ausbauen würden.

Meistgenutzte Risikoprüfungs-Tools 

Apropos Risikoprüfung: Makler nutzen elektronische BU-Risikoprüfungsangebote der Versicherer etwas stärker als im Vorjahr, am meisten von Nürnberger, sagen 23,6 Prozent der Befragten (2021: 20,7 Prozent). Es folgen Alte Leipziger mit 18,5 Prozent (2021: 17,9 Prozent), Allianz mit 13,9 Prozent (2021: 11,9 Prozent) und Swiss Life mit 13,0 Prozent (2021: 12,8 Prozent).

Darüber hinaus kommen unabhängige Risikoprüfungstools zum Einsatz – am meisten laut BBG-Studie „versdiagnose“ von Franke und Bornberg (50,0 Prozent; 2021: 58,8 Prozent) sowie „RIVA“ von Softfair & Levelnine (26,6 Prozent; 2021: 31,8 Prozent) und „EQuot“ von Morgen & Morgen (4,7 Prozent; 2021: 5,1 Prozent). Manche Veränderungen erklären sich auch damit, dass sich diesmal 115 unabhängige Vermittler weniger als 2021 an der Umfrage beteiligt hatten.

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