Allianz Leben startet flexible Garantierenten mit Ertragsschutz-Option

Vor knapp zwei Jahren hatte die Allianz sämtliche Garantien für das Neugeschäft auf 80 Prozent der eingezahlten Beiträge gedeckelt. Nun gibt Deutschlands größter Lebensversicherer seinen Kunden einen flexiblen Garantie- und Gewinnsicherungs-Regler in die Hand.

In den letzten beiden Geschäftsjahren hat sich der Bestand an versicherten Fahrzeugen bei der Allianz Direct beinahe halbiert. Der BdV wirft dem Allianz-Direktversicherer vor, seine Kunden beim Umbau des Vorgängers Allsecur benachteiligt zu haben. Bild: A

In den vergangenen beiden Geschäftsjahren hat sich der Bestand an versicherten Fahrzeugen bei der Allianz Direct beinahe halbiert. Der BdV wirft dem Allianz-Direktversicherer vor, seine Kunden beim Umbau des Vorgängers Allsecur benachteiligt zu haben. Bild: Allianz

Wer während der Vertragslaufzeit seiner privaten Rentenversicherung vermehrt an der Garantiehöhe schrauben möchte, bekommt dazu nun bei der Allianz Lebensversicherung die Möglichkeit. Der Marktführer gibt Neukunden seit Donnerstag die Option, das Garantieniveau für ihre gezahlten Beiträge in 10-Prozent-Schritten zu verändern. Diese Möglichkeit besteht allerdings nur für das im Juli 2021 eingeführte Vorsorgekonzept „InvestFlex“. Alle zwölf Monate kann einmal angepasst werden, dann zum Beispiel von zehn auf 20 Prozent oder auch von 30 auf 80 Prozent – ganz nach Belieben.

Bei 80 Prozent Garantie für die eingezahlten Beiträge ist allerdings Schluss. Das hängt mit der Abschaffung klassischer Garantien zusammen, welche die Allianz ab Beginn 2021 für ihr gesamtes Neugeschäftsportfolio eingeführt hat. Bei Einmalbeiträgen kann maximal 90 Prozent Beitragserhalt garantiert werden. Dadurch soll weniger Kapital an die Erfüllung der Garantien gebunden und damit frei für kapitalmarktnahe Anlagen werden, die mehr Rendite erhoffen lassen.

Ertragsschutz-Option ab 130 Prozent

Eine neue Sicherheitsvariante gibt es dabei dennoch. Denn wer bereits erzielte üppige Gewinne aus Fonds und ETFs nicht im täglichen Kurswandel stehen lassen möchte, kann diese zum Teil abschöpfen und dadurch sichern – ähnlich wie bei einigen Indexpolicen. Ebenfalls alle zwölf Monate kann eine sogenannte „dynamische Garantieerhöhung“ aktiviert oder deaktiviert werden. „Wenn die dynamische Garantieerhöhung aktiviert ist, prüft die Allianz an jedem Bankarbeitstag, ob das Garantiekapital bei Erleben, das zum Ende der Aufschubdauer mindestens zur Verfügung steht, aufgrund der Entwicklung des Policenwerts erhöht werden kann. Wir erhöhen das Garantiekapital, wenn der Policenwert mindestens 130 Prozent der Bezugsgröße, also die bis dahin gezahlten Beiträge, beträgt“, erklärte ein Allianz-Sprecher auf procontra-Nachfrage.

Die Abschöpfung beträgt, laut Allianz, jeweils die Hälfte der Erträge. Wenn jemand beispielsweise bislang 10.000 Euro an Beiträgen eingezahlt hat und der Policenwert durch Kursgewinne gerade 13.000 Euro beträgt, werden 1.500 Euro durch Zuführung in das Garantiekapital gesichert. Bei der maximalen Beitragsgarantie von 80 Prozent beträgt dieses dann 9.500 Euro. „Das erhöhte Garantiekapital wird durch ein so genanntes Wertsicherungskonzept gesichert: Die Allianz schichtet einen Teil des Fondswerts in das Sicherungskapital um. Damit ändert sich das Verhältnis zwischen dem Fondswert und dem Sicherungsvermögen“, so der Sprecher ergänzend.