Dass die gesetzliche Rente allein nicht für eine Finanzierung des Ruhestands ausreichen wird, sollte mittlerweile jedem klar sein. Zudem geht die Mehrheit der Deutschen nicht davon aus, dass das gesetzliche Rentensystem zeitnah durch eine Reform verbessert werden kann.
Umso wichtiger wird daher die private Altersvorsorge. Aber worauf kommt es bei der Auswahl von Produkt und Lebensversicherer an? „Verlässliche Zinsen gehören der Vergangenheit an. Die Zinsschmelze strapaziert das Geschäftsmodell der Lebensversicherer. Verbraucher müssen wissen, wie stabil ein Versicherer ist, bevor sie ihm ihre Altersversorgung anvertrauen“, meint Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer der Rating-Agentur Franke und Bornberg.
Über 600 Rentenversicherungen im Test
Deshalb haben seine Analysten für ihr aktuelles „Altersvorsorge-Rating“ das Kriterium „Finanzielle Stabilität“ eingeführt. Es basiert auf dem Abschneiden der Lebensversicherer in der noch unveröffentlichten map-report-Ausgabe „Bilanzanalyse deutscher Lebensversicherer“ und beurteilt die Finanzstärke und Ertragskraft der Anbieter.
Die Produkte selbst wurden anhand von bis zu 63 weiteren Kriterien untersucht. In die Analyse einbezogen hat Franke und Bornberg insgesamt 629 private Rententarife. Diese wurden unterteilt in Basis-Renten (1. Schicht), Riester-Renten (2. Schicht) und private Rentenversicherungen (3. Schicht). Das Altersvorsorge-Rating setzt sich aus den Bereichen Transparenz, Flexibilität und Produktkonzept zusammen. Je nach Erfüllung der einzelnen Kriterien wurden Punkte vergeben und am Ende in eine Gesamtnote umgerechnet. Die genauen Bewertungsrichtlinien des Ratings können hier nachgelesen werden.
Außerdem wurden die über 600 Rententarife zur besseren Vergleichbarkeit anhand ihrer Anlagekonzepte einer der folgenden fünf Produktkategorien zugeordnet:
So verteilen sich die Top-Tarife
Mit 362 Stück machen die privaten Rentenversicherungen den Großteil der getesteten Produkte aus. Die Bestnote „FFF+“ gab es dabei am häufigsten für die komplett fondsgebundenen Renten (25). Unter den garantieorientierten Hybrid-Tarifen reihten sich 17 unter die Testsieger ein, bei Produkten aus der Neuen Klassik zwölf und von den beitragsorientierten Hybrid-Modellen sieben Stück. Von den 62 untersuchten Klassik-Konzepten erreichte nur ein einziger die Bestnote: Der Tarif „PrivatRente KlassikClever Tarif ARC Stand 06.2021“ der Württembergischen Lebensversicherung in den Varianten mit und ohne konstante Todesfallleistung. Die vollständige Ergebnisliste der privaten Rentenversicherungen gibt es hier.
Bei den Riester-Renten erhielten 14 der 71 getesteten Tarife die Bestnote. Laut Franke und Bornberg ist die am Markt befindliche Anbieterzahl im Vergleich zum Vorjahresrating von 37 auf 32 zurückgegangen. Die vollständige Ergebnisliste der getesteten Riester-Renten gibt es hier.
Unter den Rürup-Tarifen gab es mit 67 Stück die meisten Testsieger. Insgesamt befanden sich 196 Tarife im Vergleich. Die vollständige Ergebnisliste der getesteten Basisrenten gibt es hier.
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