Die 5 „Klassiker“ unter den Versicherungsbetrugsmaschen

Gegen Unehrlichkeit ist kein Kraut gewachsen – auch in der Pandemie gingen Betrüger ihrer „Arbeit“ nach. Das auf Betrugserkennung spezialisierte Unternehmen Friss hat nun seinen neuen Betrugsreport vorgelegt und zeigt, welchen Maschen die Täter anwendeten.

Versicherungsbetrug Bild: Adobe Stock/pathdoc

Bei den Betrugsarten hat das Sicherheitsunternehmen Friss typische Maschen festgestellt, die Versicherungsbetrüger anwenden. Bild: Adobe Stock/pathdoc

Auch im vergangenen Jahr hat es der ein oder andere mit seiner Schadensmeldung gegenüber seiner Versicherung nicht so genau genommen. In der Dach-Region – also in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein – waren zuletzt 16 Prozent aller den Versicherungen gemeldeten Schadensfällen betrugsverdächtig – das behauptet zumindest Friss, eines der führenden Unternehmen beim Thema Betrugserkennung. Liegt Friss mit seiner Einschätzung richtig, wäre das Schadenspotenzial deutlich höher, als von der deutschen Versicherungswirtschaft angenommen: Der GDV schätzt nur jede zehnte Schadensmeldung als dubios ein.  

Nach wie vor gibt es laut Friss sogenannte „Klassiker“ unter den Betrugsmaschen. Darunter fallen unter anderem:

Doch auch abseits der gängigen Betrugsmuster stellten die Friss-Analysten „kreativere“ Herangehensweisen der Täter fest. So erklärten die für den aktuellen Versicherungsreport 2022 befragten 420 Teilnehmer aus der Versicherungsbranche, mehrere Fälle festgestellt zu haben, in denen sich Menschen eigene Körperteile abschnitten, um an Versicherungsleistungen zu gelangen. Auch vorgetäuschte Todesfälle waren offenbar zu verzeichnen – Erinnerungen werden hier wach an den Mann, der vor einigen Jahren seinen Tod auf der Ostsee vorgaukelte, um Leistungen aus mehreren zuvor abgeschlossenen Lebensversicherungen zu kassieren.  

Die Herausforderungen für die Versicherer, dubiose Fälle aufzuspüren, sind groß. Die größte Herausforderung sei dabei, hinsichtlich neuer Betrugsmuster auf dem Laufenden zu bleiben, heißt es im Report. 41 Prozent der weltweit Befragten bestätigten das. Weitere Hindernisse, die den Versicherern bei der Aufklärung von Betrugsfällen zu schaffen machen, sind die schlechte Qualität interner Daten sowie der Datenschutz (jeweils 37 Prozent).  

Spürnasen entscheidend

Auch wenn die Versicherer immer weiter digital aufrüsten, um die Datenqualität zu erhöhen oder neue externe Datenquellen zu erschließen, verlässt sich ein Großteil der Versicherer in der DACH-Region weiter auf die Spürnase seiner Mitarbeiter – 93 Prozent der Befragten gaben an, dass die Erfahrung ihrer Mitarbeiter entscheidend dafür sei, mögliche Betrugsfälle aufzuspüren. Nur jeweils 50 Prozent nannten in diesem Zusammenhang externe beziehungsweise im eigenen Haus entwickelte Software-Lösungen.  

Das deckt sich auch mit Aussagen, die Christian Krams, Schadenvorstand der zur Versicherungskammer Bayern gehörenden Bavaria Direkt, gegenüber procontra machte: „Bei der Betrugsbekämpfung werden Software und IT zwar immer wichtiger, ersetzen können sie die Intuition und den gesunden Menschenverstand unserer Mitarbeitenden aber nicht.“

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