Die gute Nachricht: Immer mehr junge Menschen sorgen gegen Krebs vor

Das Bewusstsein für das Risiko einer Krebserkrankung nimmt zu – gerade bei jungen Menschen. Sie nehmen immer öfter Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch. Gleichzeitig hat in den vergangenen Jahren die Krebssterblichkeit hierzulande sogar abgenommen.

Krebs Bild: picture alliance/Zoonar DesignIt

Immer mehr jungen Menschen ist das Risiko einer Krebserkrankung bewusst, sie sorgen aktiv vor. Bild: picture alliance/Zoonar DesignIt

Die Pandemie hat der mRNA-Technologie zur Blüte verholfen: Innerhalb kurzer Zeit wurden durch den milliardenfachen Einsatz große Datenmengen über Verträglichkeit, Impfreaktionen und Nebenwirkungen gesammelt – davon dürfte die Krebstherapie profitieren, für die das Verfahren bekanntermaßen ursprünglich entwickelt wurde.

Das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech kündigte kürzlich an, nun sein eigentliches Ziel wieder stärker in den Blick nehmen zu wollen: die Suche nach einem Heilmittel gegen Krebs. Für 2023 plant das Mainzer Pharmaunternehmen eine neue Produktionsstätte mit 500 Mitarbeitern, in der pro Jahr mehr als 10.000 Chargen für die Therapie krebskranker Menschen hergestellt werden sollen – das dürfte der Hoffnung neuen Nährboden geben, dass dank der mRNA-Technologie aus einer tödlichen Krankheit ein chronisches Leiden wird.    

Krebssterblichkeit schwächte sich ab

Zum Weltkrebstag an diesem Freitag hat auch der digitale Versicherungsmanager Clark Positives zu vermelden: Laut einer von Clark in Auftrag gegebenen Studie, die im November 2021 durchgeführt wurde, gehen immer mehr junge Menschen zu Krebs-Vorsorgeuntersuchungen. Kanpp ein Viertel (24 Prozent) der 18- bis 24-Jährigen sowie 39 Prozent der 25- bis 34-Jährigen gaben an, sich in regelmäßigen Abständen auf Tumorerkrankungen untersuchen zu lassen. Damit ist auch der jungen Generation offenbar zunehmend bewusst, dass Krebs nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland ist.

2020 hatten nur 18 Prozent der 18- bis 24-Jährigen und 31 Prozent der 25- bis 34-Jährigen zu Vorsorgezwecken ihren Arzt aufgesucht. 40 Prozent hielten es damals für unwahrscheinlich, im Laufe ihres Lebens an Krebs zu erkranken. Im Jahr 2021 ging nur ein Viertel der Umfrage-Teilnehmer davon aus, dass das Risiko einer Krebserkrankung nicht besonders hoch sei.

Bundesweit hat sich die Krebssterblichkeit im Laufe der vergangenen Jahre zudem leicht abgeschwächt. Seit 2010 sank laut der aktuellen Todesursachenstatistik des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Krebssterblichkeit bei den Frauen um sieben Prozent, bei den Männern ging sie um zwölf Prozent zurück. Am stärksten ging die Sterberate bei Tumorerkrankungen des Magens zurück: Hier sank der Anteil bei den Frauen um 29 Prozent und bei den Männern um 26 Prozent. Laut RKI würden sich sowohl Sterbe- als auch Neuerkrankungsraten bei Krebserkrankungen von Jahr zu Jahr meist nur wenig verändern, daher sei erst ein Vergleich über die letzten zehn Jahre aussagekräftig. Über die Gründe für den leichten Rückgang der Todesfälle gibt die Todesursachenstatistik keine Auskunft.

Umstrittene Krebsversicherungen

Um finanzielle Schieflagen nach Krebserkrankungen abzusichern, sollten Makler ihren Kunden Berufsunfähigkeits- oder Dread-Disease-Policen empfehlen. Clark-COO Marco Adelt weist daraufhin: „Eine Dread-Disease-Versicherung sollte in Erwägung gezogen werden, wenn gesundheitsbedingte Vorbelastungen in der Familie bekannt sind."

Sie sei vor allem eine Alternative, wenn aufgrund eigener Vorerkrankungen keine BU-Versicherung abgeschlossen werden kann. Spezifische Krebsversicherungen hingegen sind unter Verbraucherschützern umstritten. Sie würden in vielen Fällen nicht zahlen, da sie beispielsweise gutartige Tumore oder Vorstufen von Krebs nicht miteinschließen, lautet die Kritik. Mit dem Verkauf von Krebsversicherungen hatte sich vor allem das Insurtech Getsurance einen Namen gemacht. Im Frühjahr 2021 wurde es von der Nürnberger übernommen.

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