Wer im Alter seinen bisherigen Lebensstandard behalten möchte, benötigt 60 Prozent seines zuletzt gezahlten Bruttoeinkommens. Die gute Nachricht: Ganze 80 Prozent können sogar jene Menschen in Deutschland erreichen, die sich bei ihrer Altersversorgung auf die bestehenden drei Optionen konzentrieren: auf die Basisversicherung (gesetzliche Rentenversicherung, Beamtenversorgung und berufsständische Versorgung), die kapitalgedeckten Versorgungswege (bAV, Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst, Riester-Rente) und die private Altersvorsorge (private Rentenversicherung, Ersparnisse aus versteuertem Einkommen, Immobilienvermögen).
Das ist das Ergebnis des Vorsorgeatlas Deutschland 2021, den das Forschungszentrum Generationenverträge der Universität Freiburg im Auftrag von Union Investment erstellt hat. Für die Erhebung werden die künftigen Alterseinkünfte bei Renteneintritt aller Deutschen zwischen 20 und 65 Jahre berechnet. „Dafür ist jedoch mehr Eigenverantwortung gefordert“, sagt Bernd Raffelhüschen vom Forschungszentrum Generationenverträge. „Es reicht definitiv nicht, sich in erster Linie auf die gesetzliche Rente zu verlassen.“
Mit bAV den Standard halten
Denn zur Wahrheit gehört auch: Rund zwei Drittel der Menschen hierzulande verlassen sich allein auf die Basisversicherung, also zum Beispiel die gesetzliche Rentenversicherung. Dadurch kommen sie jedoch nur auf 47 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens und werden ihren gewohnten Lebensstandard nicht halten können. Ausgenommen sind Beamte, die im Durchschnitt durch ihre Pensionsansprüche ausreichend versorgt seien.
Jene, die noch zusätzlich auf eine betriebliche Altersvorsorge (bAV), eine Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes oder auf eine Riester-Rente setzen, erreichen gemäß den Daten des aktuellen Vorsorgeatlas immerhin schon 63 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens und sind damit auf der sicheren Seite. Allerdings nutzen nicht alle die Möglichkeit einer bAV: demnach sind es bei Geringverdienern mit einem Einkommen unter 1.100 Euro nur drei Prozent, während 41 Prozent der Beschäftigten mit einem Einkommen von über 2.000 Euro eine bAV in Anspruch nehmen. Die Studienautoren werten das als Zeichen dafür, dass vor allem größere Unternehmen mit hohem Lohnniveau die betriebliche Altersvorsorge anbieten.
Politik auf gutem Wege
Je nachdem wie viel Menschen heute verdienen, kann es allerdings auch sein, dass der Fokus auf Basisversorgung und kapitalgedeckten Versorgungswegen doch nicht genügt, um auf die gewünschten 60 Prozent des letzten Bruttolohnes zu kommen. So müssten jene mit sehr hohem Einkommen und entsprechend hohem Lebensstandard noch zusätzlich auf die private Versorgung setzen.
Bernd Raffelhüschen und Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment, sehen angesichts des demografischen Wandels Reformbedarf beim Thema Altersvorsorge. Reinke fordert, dass Fondssparpläne zur Altersvorsorge steuerlich mit der privaten Rentenversicherung gleichgestellt werden. Zudem müsse der Sparerfreibetrag angepasst werden. „Die Pläne der Koalitionsparteien dazu gehen in die richtige Richtung. Die nächste Regierung muss sich den Problemen des Rentensystems insgesamt stellen und Reformen vorantreiben.“
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