Die gute Nachricht: Versicherung gegen Ernteausfälle für Bauern in Malawi

Viele Bewohner Malawis leben von Viehzucht und Landwirtschaft. Doch die Folgen des Klimawandels treffen die Bevölkerung hart. Armut und Hunger nehmen zu. Eine Ernteausfallversicherung soll die dramatische Situation entschärfen.

Die gute Nachricht: BaFin erleichtert Kontoeröffnung für ukrainische Geflüchtete Bild: picture alliance/Zoonar DesignIt

Ukrainische Geflüchtete soll der Alltag in Deutschland vereinfacht werden. Eine Hürde bestand bisher in der Eröffnung eines Girokontos. Bild: picture alliance/Zoonar DesignIt

Der menschengemachte Klimawandel bedroht gerade jene Länder, die ihn am wenigsten verantworten: Sieben der zehn durch den Klimawandel am stärksten gefährdeten Staaten befinden sich, laut Climate Change Vulnerability Index, in Afrika. Die Folgen der Klimakrise sind auf dem afrikanischen Kontinent wesentlich stärker zu spüren als im weltweiten Durchschnitt, heißt es auch im aktuellen Bericht „The State of the Climate in Africa 2020“ der Weltwetterorganisation.

Armut, Hunger und Vertreibung gehören zu den dramatischen Folgen für die Bevölkerung. Fast 40 Prozent mehr Afrikanerinnen und Afrikaner sind im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2019 von Hunger bedroht. „Bis zum Jahr 2030 werden schätzungsweise bis zu 118 Millionen extrem arme Menschen in Afrika von Dürre, Überschwemmungen und extremer Hitze betroffen sein“, so die Studienautoren.

Zudem führt der Klimawandel zu Schädlingsausbrüchen, die auch die Menschen im ostafrikanischen Malawi zu spüren bekommen: Während der Anbausaison 2020-2021 haben Dürre und Schädlinge die Ernte zerstört, die Landwirtschaft ist zu einem Risikogeschäft, insbesondere für Kleinbauern, geworden. „Die jüngste Dürre hat dazu geführt, dass Landwirte, die normalerweise bis zu 15 Säcke mit 50 kg Mais ernten, jetzt nur noch einen Sack ernten“, sagt Paul Turnbull, Landesdirektor und Repräsentant des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP). „Die meisten Bauern in Malawi sind auf Regenfeldbau angewiesen, aber mit den zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels wird die Lebensgrundlage zerstört“, warnt Malawis Landwirtschaftsminister Lobin C. Lowe.

Ernteversicherung gegen Armut und Hunger

Um die Klimarisiken zu managen und die Auswirkungen klimabedingter Gefahren zu reduzieren, haben fast 65.000 Bauernhaushalte in Malawi Barauszahlungen aus einem WFP-Agrarversicherungsprogramm erhalten – mit einem Volumen von 2,4 Millionen US-Dollar eine der höchsten jemals auf dem afrikanischen Kontinent ausgezahlten Versicherungssummen, meldet das Onlineportal Reliefweb, ein humanitärer Informationsdienst des Büros der Vereinten Nationen. Landwirte erhielten Zugang zu der Versicherung, entweder durch Beitragszahlungen oder durch ihre Beteiligung am Bau von Brunnen, Gemüsegärten und Baumschulen.

Eine Landwirtin erhält die Auszahlung an der Vertriebsstelle: Im Jahr 2021 kommt die Versicherungsleistung mehr als 57.000 Landwirten in den Distrikten Balaka, Blantyre, Chikwawa, Machinga, Mangochi, Nsanje, Phalombe zugute. Bild: MWI/Badre Bahaji

„Die Aufstockung der Ernteversicherung kann dabei helfen, die Auswirkungen (des Klimawandels, Anm. d. Red.) langfristig abzumildern“, sagte Agrarminister Lowe anlässlich der Einführung des neu aufgelegten Programms. Die Auszahlungen ermöglichten es den ansässigen Landwirten, sich an zunehmende wetterbedingte Schocks anzupassen und Armut und Hunger zu bekämpfen, so WFP-Landesdirektor Turnbull.

Die Initiative der WFP gibt es bereits seit 2015, Flandern, Deutschland, Schweiz, Großbritannien und die Vereinigten Staaten beteiligen sich an der Finanzierung. Im vergangenen Jahr wurde das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

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