Ehrenamtler sollen früher in Rente gehen dürfen

Ob Feuerwehr, THW oder im Sportverein: Ehrenamtler halten in Deutschland vieles am Laufen. Für bestimmte Gruppen bringt Innenministerin Nancy Faeser nun einen Vorschlag ins Spiel, der einen frühzeitigen Renteneintritt für Engagierte vorsieht.

Ob als Mitglied der freiwilligen Feuerwehr, als Trainer für die Kinder im Sportverein oder als helfende Hand im örtlichen Tierheim: Ohne bürgerliches Engagement wäre in Deutschland vieles nicht möglich. Rund 30 Millionen Menschen setzen sich laut Bundesinnenministerium in Deutschland unentgeltlich für das Gemeinwohl ein.  

Für die freiwillig Engagierten steht dabei die Freude und Sinnhaftigkeit ihrer Tätigkeit im Vordergrund. Doch werden sie von Seiten des Staats für ihren Einsatz durchaus belohnt. So gewährt Vater Staat den freiwillig Tätigen die sogenannte Ehrenamtspauschale. So konnten Ehrenamtliche seit 2013 jährlich 720 Euro als Aufwandspauschale annehmen, auf die weder Steuern noch Sozialabgaben fällig wurden. Im vergangenen Jahr wurde die Ehrenamtspauschale dann sogar auf 840 Euro erhöht.  

Früherer Renteneintritt für Ehrenamtliche

Geht es nach Meinung von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) könnten Ehrenamtliche auch bei der Rente profitieren – und zwar in Form eines früheren Renteneintritts. Man muss darüber nachdenken, wie man denjenigen etwas Gutes tun kann, die das ihr Leben lang getan haben“, erklärte Faeser laut Nachrichtenagentur dpa bei einer Veranstaltung des Redaktionsnetzwerks Deutschland.  

Entsprechende Modelle, die beispielsweise einen um ein Jahr vorgezogenen Renteneintritt vorsehen, sollen laut Faeser jedoch nicht für alle Ehrenamtlichen, sondern erst einmal für besonders wertvolle Tätigkeiten, diskutiert werden. Die Innenministerin nannte in diesem Zusammenhang das „herausragende Ehrenamt bei der Feuerwehr oder auch bei Rettungsdiensten“.  

Der Vorstoß der SPD-Politikerin ist ein weiterer diskussionswürdiger Punkt bei der Frage, wie es bei der gesetzlichen Rente weitergehen soll. Zuletzt hatte ein Vorschlag vom Präsidenten des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall Stefan Wolf hohe Wellen geschlagen. Dieser hatte vorgeschlagen, dass Renteneintrittsalter aufgrund der immer älter werdenden Gesellschaft und der damit verbundenen stärkeren Belastung der Rentenkassen schrittweise auf 70 zu erhöhen. Eine Erhöhung des Renteneintrittsalters lehnt die bestehende Ampel-Koalition jedoch strikt ab.