Finanztest: Preis- und Leistungswirrwarr bei Kreditkarten

Kreditkarten lösen zunehmend das Barzahlen ab. Welche Karten für zu Hause und im Ausland am besten geeignet sind, zeigt Finanztest. Doch die Untersuchung weist Lücken auf, zudem ist der Markt gerade so stark in Bewegung wie lange nicht.

In Zeiten der Pandemie hat sich das bargeldlose Bezahlen selbst bei kleinen Summen wie in der Bäckerei oder am Kiosk etabliert. Aktuell werden die Karten neu gemischt, schreibt die Stiftung Warentest in der April-Ausgabe von Finanztest: Girokarten werden weniger bedeutsam – im Gegensatz zu Kreditkarten, und immer öfter gibt es auch Debitcards, also Karten, bei denen das angebundene Konto sofort belastet wird.

Zur Unterscheidung: Aktuell sind vier Kartentypen gebräuchlich:

Enorme Vielfalt für zwei Modellkunden

„Wenn es die Kreditkarte kostenlos zum Konto dazu gibt, ist die Girokarte weniger wichtig“, so Finanztest. Getestet wurden 28 weit verbreitete Kreditkarten anhand von zwei Modellkunden, davon 21 ohne Anbindung an ein Girokonto und 7 bundesweit erhältliche Karten mit einem kostenlosen Girokonto. Untersucht wurde deren gesamtes Einsatzgebiet: Bezahlen im In- und Ausland, Geldabhebungen, sowie die Jahresgebühr und Kosten für Partnerkarten.

Die Modellkunden sind:

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Enorme Preisunterschiede

Ergebnis: Sechs Karten sind laut Finanztest empfehlenswert und kosten keine Grundgebühr. Bei ihnen fallen auch keine weiteren oder nur geringe Kosten für den Einsatz beim Einkauf an, egal ob online oder im Geschäft. Wer so eine Karte wählt, kann im Vergleich mit der teuersten Karte im Test von American Express 136 Euro im Jahr sparen. Die günstigsten Anbieter (Jahrespreis für Modellkunden A/B in Euro):

Keine Zusatzleistungen bewertet

Dabei sind jedoch andere Kosten nicht unbedingt eingepreist, wie sich aus der Finanztest-Gesamtübersicht ergibt (Freischaltung des Ergebnisses kostet 3,50 Euro). Beispiel Versicherungsschutz: Die DKB Visa Debitkarte enthält wie auch alle anderen girokontogebundenen Debit-Karten, bei denen die Standardnutzung kostenlos ist (C 24, Comdirect, Consorsbank, ING, N26, Norisbank), keinerlei Versicherungsschutz.

 Dagegen bieten einige teurere Karten auch Zusatzleistungen, darunter ein Reiseversicherungspaket (DZ Bank, Advanzia Bank, TF Bank), Reiseversicherungen gegen Aufpreis (LBB ADAC Visa Kreditkarte, Ikano Bank Ikea Visa Kreditkarte), eine Warenschutzversicherung (Deutsche Bank Mastercard Standard), eine Einkaufsversicherung (Postbank Visacard/Mastercard) oder eine Internet-Lieferschutz-Versicherung (Barclays Visa). Leistungen und Grenzen dieser Zusätze werden nicht genannt und auch nicht bewertet. Auslandsreise-Krankenversicherungen hat Finanztest gesondert untersucht, ebenso Reiserücktritts- und -abbruch-Versicherungen.

Zusätzliche Kosten in Übersicht genannt

Weitere Kosten kommen auch meist für eine Partnerkarte (oft 0 bis 14 Euro, maximal 40 Euro pro Jahr) hinzu, ebenso fürs Geldabheben im Inland an Automaten „fremder“ Institute (häufig 5 Euro), fürs Geldabheben im Ausland (oft 5,50 Euro) sowie fürs Geldabheben und Umsätze in Nicht-EU-Ländern wie der Schweiz (oft 1,75 Prozent, maximal 3,85 Prozent). Darüber hinaus bieten viele Karten mobiles Bezahlen via Apple Pay oder Google Pay noch gar nicht an. Vorbildlich sind da die Direktbanken.

Bei falschen oder betrügerischen Abbuchungen heißt es zügig handeln, so Finanztest: Innerhalb von 120 Tagen nach der Zahlung kann man reklamieren. Wichtig: Zuerst den Händler kontaktieren und versuchen, die Sache zu klären. Klappt das nicht, unbedingt bei der Bank melden. Nur dann besteht die Chance, das Geld zurückzubekommen.

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