Flutkatastrophe: Warum Kunden ihr Bankschließfach versichern sollten

Kunden eines Bankschließfachs glauben ihre Wertsachen gut geschützt. Ein Irrtum, denn nicht immer sind die Preziosen automatisch mitversichert. Schon gar nicht gegen Überschwemmungen.

Wertvolle Gegenstände wie Bargeld, Schmuck, Wertpapiere oder Edelmetalle sollten besser nicht unter dem Kopfkissen oder in der Schrankwand aufbewahrt werden. Schließfächer bieten eine sinnvolle Alternative. Was viele Kunden allerdings nicht wissen: Nicht immer ist der Inhalt eines Schließfachs auch versichert. Im Falle eines Einbruchdiebstahls oder einer Überschwemmung sind die Habseligkeiten meist nur minimal gedeckt. Die Höhe der Beträge variiert dabei von Geldhaus zu Geldhaus.

Bei der Commerzbank können Kunden ab 119 Euro jährlich, je nach Größe des Tresors, ein Bankschließfach mieten und gleichzeitig die Wertsachen versichern lassen. Doch Obacht: Der Inhalt ist zwar bis 26.000 Euro versichert, aber wer das Kleingedruckte nicht liest, könnte sich später ärgern. Die Versicherung gilt nämlich  „mit Ausnahme von Bargeld und Elementarschäden.“

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen rät Kunden deswegen, den im Mietpreis enthaltenen Versicherungsschutz zu prüfen, zumal in einigen Fällen zum Teil überhaupt kein Versicherungsschutz bestehe. Das mussten auch die Kunden einer Sparkassenfiliale in Bad Salzdetfurth schmerzlich erfahren: Im Juli 2017 wurde der Tresorraum der Sparkasse durch ein Hochwasser überflutet. Es kam also zu einem Elementarschaden. Für 280 Schließfächer bestand kein Versicherungsschutz, die Kunden blieben auf ihrem Schaden sitzen.

Die Allianz geht bei der jüngsten Flutkatastrophe davon aus, dass die Anzahl der betroffenen Banken und ihrer Filialen insgesamt im niedrigen zweistelligen Bereich liegen könnte. Wie viele Kunden eines Schließfachs betroffen sind, ließe sich noch nicht sagen. „Stand heute können wir noch keine exakte Schadenhöhe in dem Bereich beziffern“, sagt Melanie Berggold, Expertin für Sachversicherungen bei der Allianz.

Hausratversicherung kann Schutz bieten

Die Verbraucherzentrale rät Kunden generell bei der Auswahl des Schließfachs nicht nur auf den Mietpreis zu achten, sondern immer auch den möglichen enthaltenen Versicherungsschutz zu überprüfen. Manchmal sei nämlich selbst Bargeld im Schließfach nicht einmal mitversichert oder die im Preis enthaltenen Versicherungssummen sehr niedrig.

Mancher Kunde könnte allerdings bereits durch seine Hausratversicherung einen gewissen Schutz in Anspruch nehmen. Je nach Tarif wäre dann der Inhalt in einer bestimmten Höhe, zum Beispiel 20 Prozent der Versicherungssumme, mitversichert.

Kunden sind also gut beraten eine Extra-Police abzuschließen. So bietet die Allianz ein Versicherungspaket an, durch das die Wertgegenstände vor Feuer, Einbruchdiebstahl und Leitungswasser geschützt sind. Verluste durch einen sogenannten Transportraub, wenn also die Wertgegenstände von A nach B gebracht werden, sind allerdings nicht enthalten.

Einen umfassenderen Schutz können Kunden mit dem „7er-Paket“ in Anspruch nehmen. Hier sind die Preziosen zusätzlich gegen Sturm und Hagel, böswillige Beschädigung, unbekannte und Elementargefahren wie Überschwemmungen abgesichert.

Immerhin knapp 60 Prozent der Allianz-Kunden, die eine eigenen Schließfachversicherung abgeschlossen haben, schließen zusätzlich auch die Elementardeckung mit ab, sagt Berggold. Einen Trend hin zu einer Zunahme solcher Extra-Policen ließe sich – trotz der immer häufigeren Überschwemmungen – noch nicht erkennen.

Hinweis: In einer früheren Version des Artikels hieß es, Kunden könnten über die Haftpflicht einen Versicherungsschutz für ihr Schließfach in Anspruch nehmen. Richtig ist, dass dieser Schutz über die Hausratversicherung greifen könnte. Wir haben den Fehler korrigiert.

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