Kein Versicherungsschutz für umstrittene Pipeline

Die MunichRe hat erklärt, ein Pipelineprojekt in Ostafrika nicht versichern zu wollen. Eine solche Entscheidung hatten zuvor bereits zahlreiche andere Versicherer getroffen. Nun wächst der Druck auf die Allianz.

Der Rückversicherer MunichRe hat diese Woche klargestellt, der kontroversen Uganda-Tansania-Rohölpipeline (East African Crude Oil Pipeline) keinen Versicherungsschutz gewähren zu wollen. Das teilten die Münchener in einem Statement mit – demnach habe man alle Underwriter bereits im vergangenen Jahr über diese Entscheidung informiert. Die MunichRe begründete ihren Entschluss damit, dass das Pipeline-Projekt nicht mit den Klimazielen des Versicherers in Einklang zu bringen sei.  

Lob für die Entscheidung kam von der Umweltorganisation urgewald. „Wir begrüßen die Entscheidung von MunichRe, die höchst kontroverse und klimaschädliche East African Crude Oil Pipeline von einer Versicherung auszuschließen“, erklärte deren Versicherungs-Kampaignerin Regine Richter.  

Vor der MunichRe hatten bereits zahlreiche andere Versicherer, wie die Axa, Zurich, SwissRe und zuletzt die HannoverRe erklärt, die Pipeline, die Öl von Ugandas Ölfeldern zum tansanischen Hafen Tanga transportieren soll, nicht versichern zu wollen. Nach Ansicht von Richter müsse die Munich Re nun aber als nächsten Schritt eine Richtlinie verabschieden, „die jegliche Unterstützung neuer Öl- und Gasprojekte vollumfänglich auf Konzernebene ausschließt. Nur damit bewegt sich MunichRe wirklich in Einklang mit dem 1,5-Grad-Ziel.“  

Nun wächst aus Sicht von Richter der Druck auf die Allianz: „Aus deutscher Perspektive fordern wir nun Allianz mit Nachdruck auf, ebenfalls EACOP öffentlich auszuschließen und eine umfassende Öl- und Gasrichtlinie zu verabschieden."

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