Nach Klage: Deka entfernt Impact-Rechner

Die Deka schlägt der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg vor, gemeinsam den Rechner zu überarbeiten. Die Verbraucherschützer wollen die Klage aber nicht zurückziehen – es gehe um Grundlegendes, heißt es.

Im Streit um den sogenannten Impact-Rechner der Deka gibt es neue Bewegung. Wie die Sparkassentochter mitteilt, suche man das Gespräch mit der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, um deren Kritik auszuräumen und den Impact-Rechner gemeinsam zu optimieren.  

Zum Hintergrund: Die Deka bot für Anleger des Investmentfonds Deka-Nachhaltigkeit Impact Aktien einen Rechner auf ihrer Seite an, mit denen den Kunden die konkreten Auswirkungen der nachhaltigen Geldanlage vor Augen geführt werden sollte. Wer beispielsweise 10.000 Euro anlegte, bekam mitgeteilt, dadurch 575 Kilogramm CO2 einsparen oder 43.000 Liter Wasser aufbereiten zu können. An diesen Zahlen stieß sich allerdings die baden-württembergische Verbraucherzentrale: Aus Sicht der Verbraucherschützer handelte es sich hierbei nur um „vollmundige Versprechen“, die auf Schätzungen beruhten. Da Anleger hiermit in die Irre geführt würden, reichte die Verbraucherzentrale Klage ein.  

Auch wenn man bei der Deka die Kritik weiterhin nicht nachvollziehen kann, greift man in Frankfurt zum Samt- und nicht zum Fehdehandschuh: Man solle doch lieber die Nachhaltigkeits-Experten statt Juristen zu Wort kommen lassen, schlägt die Deka vor und hat – offenbar als Zeichen des guten Willens – den Rechner vorläufig aus dem Netz genommen.  

Die gewünschte Reaktion scheint jedoch auszubleiben. Auf procontra-Nachfrage zeigte sich die Verbraucherzentrale zum einen zufrieden: „Es freut uns natürlich, dass die Klage Wirkung zeigt und die unserer Auffassung nach irreführende Werbung nun aus dem Netz ist“, erklärte Niels Nauhauser, Abteilungsleiter Altersvorsorge, Banken. Zugleich teilte Nauhauser mit, an der Klage weiter festhalten zu wollen. Das Thema sei sehr wichtig, darum sei man bestrebt, die Fragen zulässiger Werbung für nachhaltige Geldanlage grundsätzlich klären zu wollen.