Nachhaltige Werbemittel: Kunden erreichen, ohne die Umwelt zu belasten

Green Marketing ist ein starkes Mittel, um Unternehmen zu positionieren und zu bewerben. Worauf Versicherer und Makler bei der Auswahl ihrer Werbemittel achten sollten, erklärt Finsurancy-Mitgründer André Disselkamp in einem Gastbeitrag.

Mit Sicherheit haben auch Sie einen dieser Kugelschreiber zu Hause liegen, den sie als Werbegeschenk bekommen haben. Vielleicht ist es auch ein Anhänger, der an ihrem Schlüsselbund befestigt ist. Werbemittel sind ein täglicher Begleiter, Werbung an sich ist es ohnehin schon lange. Ob große Plakate an der U-Bahnstation, Werbegeschenke bei Events oder Werbebanner in sozialen Netzwerken – Werbung ist allgegenwärtig.

Aber: Nehmen wir so viel Werbung überhaupt noch wahr oder blenden wir sie mit der Zeit aus und fühlen uns nur noch wirklich angesprochen, wenn die Werbung besonders außergewöhnlich ist? Tatsächlich ist die schiere Werbeflut ein Grund dafür, dass Unternehmen auf immer kreativere und ausgefallenere Produkte, Methoden und Tools zurückgreifen, um potenzielle Kunden anzuwerben. Kostspielige Eyecatcher, wie digitale Leinwände, die Tag und Nacht Unternehmen bewerben, sind nur die Spitze des Eisbergs.

Ein Aspekt, der darunter immer noch häufig leidet, ist die Nachhaltigkeit. Allerdings steigt das Interesse an Nachhaltigkeit und ökologischer Wertigkeit auch auf Kundenseite. Wichtig ist es also, eine Verbindung der zwei Aspekte „Werbung, die wirkt“ und „Nachhaltigkeit“ herzustellen. Nur: Kann man überhaupt die gewünschte Zielgruppe erreichen, ohne die Umwelt zu belasten?

Authentisch nachhaltig

Die Antwort lautet: Ja! Dadurch dass Umwelt und Nachhaltigkeit präsente gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Themen sind, kann Werbung beziehungsweise Marketing besonders wirksam sein, wenn sie nachhaltig gestaltet wird. Unternehmen, die Marketingstrategien nutzen, die weder ökologisch noch umweltschonend sind, geraten immer mehr in Kritik. Ein Unternehmen, dass sich jedoch für umweltbewusste Werbemittel einsetzt, wird angepriesen.

Ausschlaggebend ist dabei vor allem die Authentizität, mit der diese Werte umgesetzt werden. Sprich: Greenwashing ist wenig ratsam. Kunden bevorzugen Unternehmen, die sich beim Verkauf ihrer Produkte für Umweltprojekte einsetzen, selbst dann, wenn deren reines Produkt nicht unbedingt nachhaltig ist. An erster Stelle würden sich Kunden aber trotzdem immer für ein zu 100-prozentig nachhaltiges Produkt entscheiden.

Unternehmen wollen mit dem gesellschaftlichen Trend zur Nachhaltigkeit mithalten. Aber sie geraten ins Hintertreffen, wenn sie ihre Marke durch ökologische Kampagnen „grün“ waschen, um im Hintergrund unethisch zu agieren. Wirklich erfolgversprechend ist echtes Green Marketing und nicht gewissenloses Greenwashing.

Was sind nachhaltige, wirksame Werbemittel? 

Bei nachhaltigen Werbemitteln geht es nicht nur um den CO2-Fußabdruck, der bei ihrer Herstellung entsteht. Es geht auch um die Nutzbarkeit für den Empfänger und den ökologischen Abdruck bei der Entsorgung. Neben Werbegeschenken gibt es aber auch weitere Aspekte, deren Ökobilanz in Betracht gezogen werden sollte.

Nachhaltige Prints 

Trotz der rasant wachsenden Digitalisierung können wir im Marketingbereich nicht auf analoge Drucke verzichten. Sie sind eine wichtige, wirksame Ergänzung zur Online-Werbung.

Worauf man aber bei Prints achten sollte, ist die Herstellung. Welche Anbieter drucken klimaneutral? Wer druckt Plakate, Flyer und Broschüren auf FSC-zertifiziertem Papier?

Als Unternehmen können Sie sich auch für Papier mit dem Blauen-Engel-Siegel oder dem EU-Ecolabel entscheiden und solche Druckereien beauftragen, die umweltfreundliche Farben sowie ressourcenschonende Maschinen verwenden.

Nachhaltige Online-Werbung

Nachhaltige Online-Werbung klingt im ersten Moment unmöglich. Denn welchen Einfluss habe ich schon als Unternehmen auf die Ökobilanz meiner Webseite oder auf Anzeigen von Facebook und Instagram? Tatsächlich gibt es einige Möglichkeiten, die digitale Werbung nachhaltiger machen. Beispielsweise können durch bestimmte Webdesign-Tricks die Webseite energiesparend aufbaut werden. Sprich: Durch eine effiziente Gestaltung der Webseite kann die Nutzung für Kunden optimiert werden und Strom gespart werden. Darüber hinaus gibt es Hosting-Anbieter, die Strom nur aus erneuerbaren Quellen beziehen.

Eine ganze Branche hat sich mittlerweile auf die Optimierung von Webseiten spezialisiert, um den CO2-Ausstoß zu verringern und Nachhaltigkeit regenerativ, belastbar und sauber online umzusetzen. Es handelt sich dabei um das sogenannte „sustainable webdesign“.

Nachhaltige Konzepte für Veranstaltungen

Messen und Events sind wichtige Plattformen, für Unternehmen, um sich zu präsentieren. Gleichzeitig bedeutet das auch, dass hier Werte wie Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein vermarktet werden können. Ein Beispiel ist die Verwendung von wiederverwendbarem Geschirr (Becher, Besteck et cetera) oder Bio-Snacks als Give-Aways. Der Verzicht auf Plastikmaterial beziehungsweise Wegwerfprodukte ist ein erster Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Umso kreativer, authentischer und ressourcenschonender das Konzept ist, desto wirksamer ist die Message der Werbeaktion bei Veranstaltungen und Messen.

Werbeartikel mit Sinn

Der Klassiker unter Werbemitteln sind die Goodies, Give-aways beziehungsweise Werbegeschenke. Einmalprodukte – wie der typische Kugelschreiber oder Schlüsselanhänger – bieten nur noch in geringem Maße Anreiz für die Zielgruppe. Viel interessanter und effektiver sind umweltfreundliche Werbeartikel mit Sinn.

Besonders beliebt sind wiederverwendbare Produkte wie Baumwolltaschen, Kaffeebecher, Lunchboxen sowie praktische Alltagshelfer wie Bio-Lippenbalsam, Taschenkalender und Notizbücher aus recyceltem Papier. Möglich sind auch Kugelschreiber und Schneidebretter aus Holz oder Artikel aus recyceltem Kunststoff wie beispielsweise Powerbanks oder Regenponchos.

Grundsätzlich gilt, dass Werbeartikel, biologisch, umweltfreundlich und ressourcenschonend sein sollten und gleichzeitig einen Nutzen für den potenziellen Kunden bieten.

André Disselkamp ist Geschäftsführer von Finsurancy, einem digitalen und nachhaltigen Versicherungsmakler aus Berlin, den er 2021 gemeinsam mit Tobias Niendieck gegründet hat.