Die Bedeutung der Schaden- und Unfallversicherung bleibt in Deutschland überproportional hoch. So lautet das Ergebnis der Studie „Gewerbliches Schaden-/Unfallgeschäft 2021“. Ihr Bedeutung dennoch merklich im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Eine „sehr große Relevanz" und „große Relevanz“ der Sach- Haftpflicht-, Unfall- und Rechtsschutzsparten sehen aktuell 58 Prozent der freien Vermittler (2020: 63,8 Prozent).
Im Jahr 2019 hatte die Umfrage ergeben, dass 54,8 Prozent der freien Vermittler eine große Relevanz im Gewerbegeschäft sehen. Es zeigt sich: Die Daten schwanken von Jahr zu Jahr. Die 372-Seiten-Studie, an der sich 254 Makler und Mehrfachagenten beteiligt haben, stammt von der der BBG Betriebsberatung und kann für rund 2.677 Euro per E-Mail bezogen werden.
Skurrile Angaben zu Gewerbe- und Privatkundengeschäft
Ihren aktuellen Geschäftsumsatz bestreiten die befragten freien Vermittler zu 24,1 Prozent (Vorjahr: 25,7 Prozent) mit dem gewerblich-industriellen Schaden- und Unfallgeschäft sowie zu 18,5 Prozent (Vorjahr: 21,1 Prozent) mit dem privaten Schaden- und Unfallgeschäft. Damit unterscheiden sich die Daten wie jedes Jahr massiv von der BBG-Studie zum privaten Sach- und Unfallgeschäft, an der aber auch mehr Vermittler teilgenommen hatten. Dort weisen die Makler 36,9 Prozent ihres Umsatzes für das private HUKR-Geschäft (samt Kfz) aus und 14,7 Prozent für das gewerbliche Geschäft.
Den größten Einfluss auf die Gesamtzufriedenheit der Makler im Gewerbegeschäft haben wie im Vorjahr die Qualität der Produkte, Schadenregulierung, Preis-Leistungs-Verhältnis, das Image des Versicherers und die Tarifflexibilität. Dagegen rücken die zentrale Vertriebsunterstützung und die Abwicklung im Neugeschäft etwas aus dem Blickfeld.
Sicherung und Aufbau der Bestände im Blickpunkt
Als wichtigste Gründe für die hohe Relevanz des Gewerbe-Firmenkundengeschäfts nannten die Makler indirekt Umwälzungen der ganzen Versicherungsbranche. Für 47,5 Prozent waren Bestandssicherung und Bestandsaufbau der wichtigste Grund (Vorjahr: 59 Prozent), gefolgt von veränderter Kundennachfrage (40,7 Prozent nach 46 Prozent im Vorjahr).
Das meiste Geschäft geht laut Studie bei der Betriebs-/Berufshaftpflicht wie im Vorjahr mit weitem Abstand an die VHV, gefolgt von der Allianz, die die R+V auf Rang drei verdrängt hat. Auf den Plätzen in der Gunst der Makler folgen: HDI, Axa, Helvetia, Alte Leipziger, Gothaer, die Haftpflichtkasse und Hiscox.
Seite 1: Warum Makler das Gewerbe-Sachgeschäft weiter hochhaltenSeite 2: Wie sich das Cybergeschäft langsam nach oben schiebt
Top-3-Anbieter beim Maklerumsatz in der Sachsparte
Bei den gewerblichen Sachversicherungen holte sich die VHV den Spitzenrang zurück, den sie im Vorjahr an die Allianz verloren hatte. Die Münchener mussten auch noch R+V vorbeiziehen lassen und landeten nur auf Rang drei. Auf den nachfolgenden Plätzen: HDI, Helvetia, Axa, Gothaer, Basler, Alte Leipziger und Signal Iduna.
In diesem Jahr vermitteln 91 Prozent der Makler Betriebs-/Berufshaftpflichtpolicen (Vorjahr: 94 Prozent) und 87 Prozent Sachversicherungen (Vorjahr: 85,7 Prozent). Beides bleibt damit stabil auf hohem Niveau (Mehrfachnennungen erlaubt). Stabil laufen auch Firmenrechtsschutz und die Flottenversicherung im Maklervertrieb, während weniger technische Versicherungen vermittelt werden, sagen 52,8 Prozent der Befragten (2020: 56,2 Prozent).
Cyberpolicen legen weiter zu
Dagegen scheinen gewerbliche Cyberpolicen weiter an Bedeutung zuzulegen (von 34,1 auf 37,0 Prozent). 84 Prozent der Makler beraten bereits zur Cyberabsicherung (2020: 79 Prozent). In den nächsten ein bis drei Jahren wird bei Cyberpolicen der größte Umsatztrend vermutet, sagen 77,9 Prozent der Befragten (2020: 77 Prozent).
Im Zielgruppen-Fokus der unabhängigen Vermittler beim Gewerbegeschäft stehen laut Studie Freiberufler (47,5 Prozent nach 46,3 Prozent 2020) und Dienstleister (42,6 Prozent nach 40,7 Prozent 2020). Produzierendes Gewerbe und Handel (je 26,2 Prozent) und Landwirte (13,1 Prozent) stagnierten als Zielgruppen. Das Handwerk erlebte einen regelrechten Absturz auf 36,1 Prozent (2020: 61,1 Prozent), der nicht näher erklärt wird, aber mit dem Ärger bei Betriebsschließungsversicherungen zusammenhängen könnte.
Assekurata registriert mehr Profitabilität trotz Corona
Eine andere Studie dokumentierte kürzlich: Die deutschen Komposit-Versicherer demonstrierten trotz Corona-Krise immer noch Ertragsstärke. Die Assekuranz Rating-Agentur Assekurata registriert bei ihrem Marktausblick 2021/2022 für 2020 ein von 5,2 Milliarden auf 7,4 Milliarden Euro gestiegenes versicherungstechnisches Ergebnis. Die Sparte konnte nicht nur weiterwachsen, sondern trotz der Pandemie auch die Profitabilität steigern. Dennoch machen einige Anbieter seit Jahren Verluste.
Interessenten können den 47 Folien umfassenden Bericht nebst einer begleitenden Videopräsentation auf der Assekurata-Website zum Preis von 892,50 Euro erhalten. Im Vorjahr hatte die 39-Seiten-Studie knapp die Hälfte gekostet.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefällt, abonnieren Sie unseren täglichen kostenlosen Newsletter für weitere relevante Meldungen aus der Versicherungs- und Finanzbranche!
Seite 1: Warum Makler das Gewerbe-Sachgeschäft weiter hochhaltenSeite 2: Wie sich das Cybergeschäft langsam nach oben schiebt

