Unwetter: Schäden höher als gedacht

Die schweren Unwetter der vergangenen Wochen haben einen weit größeren Schaden hinterlassen als ursprünglich angenommen: Nach neuesten Erhebungen sorgten Hagel und Starkregen für eine Schadenssumme von mehr als zwei Milliarden Euro.

Die starken Unwetter, die Deutschland in den vergangenen Wochen heimsuchten, haben größere Schäden angerichtet als angenommen. Nach Angaben der aktuariellen Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) entstanden in der Zeit vom 21. bis 25. Juni in Deutschland, Österreich und der Schweiz insgesamt Schäden von mehr als zwei Milliarden Euro. Zuletzt waren die Aktuare der Beratungsgesellschaft europaweit von einem versicherungstechnischen Schaden von mehr als einer Milliarde Euro ausgegangen. Die Allianz zählte in Bayern und Baden-Württemberg insgesamt 25.000 durch Hagel beschädigte Fahrzeuge.

Schäden hängen mit Klimawandel zusammen

„Mehr als die Hälfte der Schäden entstand in Deutschland, hauptsächlich in der Sparte Auto-Kasko“, erklärte nun Onnen Siems, Geschäftsführer der aktuariellen Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss. Allein die Allianz zählte in Bayern und Baden-Württemberg  25.000 durch Hagel beschädigte Fahrzeuge. 

Dass der versicherte Schaden so hoch ausfällt, hänge damit zusammen, dass es im Juni besonders heiß gewesen sei. Nach 2003 und 2019 habe es sich in Deutschland um den drittwärmsten Juni seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881 gehandelt. Die feuchtwarme Luft entlud sich in zahlreichen Gewittern mit Blitz, Starkregen, Sturm und Hagel. „Ein Zusammenhang von Versicherungsschäden und dem Klimawandel drängt sich auf“, meint Siems.

Beim zweiten Unwetterereignis vom 28. Juni bis 1. Juli, das durch Tief Xero ausgelöst wurde, sei dagegen eine geringere Schadensumme entstanden. Nach ersten Einschätzungen kam es in den betroffenen Regionen zu Schäden von etwas mehr als 500 Millionen Euro. Neben extremem Hagel in der Schweiz hatte es auch intensiven Starkregen gegeben, der von Baden-Württemberg über Bayern bis in den Nordosten gezogen war.