Vermögensaufbau: So schafft es Ihr Kunde seriös zu 100.000 Euro

100.000 Euro auf dem Konto – wer will das nicht? Ein neues Buch zeigt, wie man die Marke knacken kann, ohne üppiges Vermögen mitzubringen oder dubiose Geschäfte zu machen. Maßgeblich sind ETF. Daher sollten Berater ein Honorar in Betracht ziehen.

Das Rezept: Mit einer cleveren Anlagestrategie und etwas Geduld lässt sich schon mit geringen monatlichen Sparraten ein Vermögen aufbauen. So beschreibt es „Das 100.000 Euro Buch“, ein neuer Ratgeber der Stiftung Warentest. Dem Leser werden detaillierte Anlagepläne geliefert, „leicht verständlich und sofort umsetzbar“, heißt es.

Doch Vorsicht: Im gesamten Buch sucht man Begriffe wie Beratung und Provision vergeblich in Bezug zur Finanzberatung (lediglich die Börsenprovision wird erwähnt). Selbst der Begriff Honorar oder Nettotarif kommt nicht vor, obwohl die Warentester sonst gern der Honorarberatung das Wort reden. Offensichtlich richtet sich das Werk an informierte Selbstentscheider, die das Anlagerisiko gut kennen und bereit sind, es unter Aufgabe von Sicherheiten für den Vermögensaufbau bewusst zu nutzen.

Als Basis-Info für 34f-Berater und deren Kunden sinnvoll

Wer als 34f- oder 34d-Berater andere Erfahrungen mit seinen Kunden gemacht hat, findet mit dem Inhalt zahlreiche Argumente, warum bei diesem elementaren Finanzthema eben zumeist nicht auf Beratung verzichtet werden sollte. Klar ist: ETF sind immer noch nicht als Vergütungsinstrument in der 34f-Beratung angekommen – anders als aktiv gemanagte Fonds. Doch man kann ja auf Honorarberatung ausweichen, auch wenn das Buch dazu Tipps komplett schuldig bleibt.

Fachlich interessant: Der Ratgeber stützt sich auf eine umfangreiche Analyse von über 5,4 Millionen Depotverläufen, die Finanztest seit 1969 untersucht hat. Auf dieser Grundlage wird gezeigt, welche Summen defensive, ausgewogene und offensive Anleger investieren müssen, um in 30 Jahren, in 20 Jahren oder sogar binnen zehn Jahren beste Chancen auf die sechsstellige Summe zu haben.

Mit Geduld und überschaubaren Summen zum Ziel

Beispiel: Wer einmalig 20.000 Euro angelegt hat, muss monatlich noch 74 Euro zusätzlich in ein ausgewogenes Portfolio investieren, um in 30 Jahren sicher zu 100.000 Euro zu gelangen. Wer offensiver investiert, könnte das im selben Zeitraum ohne Einmalanlage mit 158 Euro im Monat schaffen.

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Leser werden animiert, ihre optimale Anlagestrategie zusammenzustellen und anzuwenden. Denn auch die praktischen Fragen – das beste Depot finden, die passenden ETF auswählen und kaufen, Gewinne richtig versteuern – werden ausführlich erläutert. Dabei geht es auch um Bankgebühren, den Vorteil von Direktbanken, Online-Broker, Möglichkeiten der Aktien-Apps und nachhaltige Geldanlagen.

Nicht kritiklos das ETF-Loblied mitsingen

Von Einzel-Aktien raten die Warentester ab. Grund: „Nur die wenigsten Aktien erweisen sich als Kursraketen“, heißt es. Dies sei nichts anderes als Glücksspiel. Auch wenn man da anderer Meinung sein könnte, ist der skizzierte Ausweg für viele sehr vernünftig: Mit Weltindizes kann man Hunderten Aktien auf einmal folgen und „ganz bequem den goldenen Schnitt der Weltbörden kassieren“.

Klingt nach Marketing, wird aber später beim Thema ETF ganz gut begründet – durch breite Streuung, geringe Kosten, guten Schutz, gute Handelbarkeit und gute Rendite – auch wenn die Risiken synthetischer ETF zum Beispiel nahezu komplett ausgeblendet werden. Das bewährte „Pantoffel-Portfolio“ von Finanztest wird für die Anlagestrategie zugrunde gelegt, das nur aus zwei Bausteinen besteht: einer für Rendite (Aktienanteil) und einer für Sicherheit (Tagesgeld). Je nach Risikoneigung beträgt der Anteil an Aktien-ETF 25 Prozent (defensiv), 50 Prozent (ausgewogen) oder 75 Prozent (offensiv).

Welche ETF Finanztest empfiehlt

Auch eine Auswahl der besten ETF wird auf Basis von Finanztest-Analysen genannt, darunter diese Welt-ETF mit Industrieländern, die in den vergangenen fünf Jahren alle über 12 Prozent Rendite pro Jahr einbrachten und maximal 0,45 Prozent laufende Kosten pro Jahr verlangen:

Als nachhaltige Welt-ETF empfiehlt das Buch zwei Angebote: BNP easy (MSCI World SRI S-Series 5% Capped) sowie UBS (MSCI World SRI Low Carbon Select 5% Capped).

Fonds oder Police?

Das 100.000-Euro-Buch hat 176 Seiten und kostet 19,90 Euro. Es ist im Handel erhältlich oder kann online hier bestellt werden. Was gar nicht beleuchtet wird: Für viele Anleger könnte eine ETF-Fondspolice nicht nur kostengünstig sein, sondern auch mit einem Steuervorteil verbunden sein, den ETF-Sparpläne nicht bieten. Mittlerweile offerieren die meisten Versicherer in ihren Fondsrentenversicherungen auch ETF, insbesondere Aktien-ETF.

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