Versicherungsbetrug: Mann lässt sich absichtlich beide Beine abfahren

Um von seiner Versicherung eine saftige Entschädigung einzustreichen, hat sich ein Mann vorsätzlich beide Beine von einem Zug abfahren lassen. Ein Gericht verurteilte den Mann nun zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung.

In der Hoffnung auf eine Versicherungssumme von umgerechnet insgesamt 1,9 Millionen Euro, hat sich ein Mann namens Sandor C. auf ein Gleisbett im ungarischen Dorf Nyircsaszari gelegt. Zuvor schloss er sagenhafte 14 Lebensversicherungen, wie das britische Boulevard-Blatt "The Sun" berichtet.

Dabei hatte der Betrüger allerdings nicht sein gänzliches Ableben im Sinn, sondern plante „lediglich“ den Verlust beider Beine. Sein Vorhaben ging zum Teil auf: ein Zug überfuhr beide Beine und statt seiner zwei unteren Gliedmaßen trägt Sandor C. mittlerweile Prothesen.

Der Verdacht auf einen Versicherungsbetrug wurde geweckt, als den Behörden mitgeteilt wurde, dass Sandor C. im Jahr vor dem Vorfall besagte 14 Risikolebensversicherungen abgeschlossen hatte. Der Beschuldigte behauptete im Anschluss, er habe die Policen nur abgeschlossen, nachdem ihm ein Finanzberater gesagt hatte, dass die Renditen bei Versicherungspolicen höher seien als auf Sparkonten.

Direkt nach dem Vorfall meldete seine Frau die Versicherungsansprüche an. Die Versicherer weigerten sich jedoch, die Zahlung zu leisten, da sie bereits vermuteten, dass Sandor C. die Verletzung forciert hatte. Sandor beteuert auch weiterhin seine Unschuld: Er behauptet, auf eine Glasscherbe getreten zu sein, wodurch er das Gleichgewicht verloren haben und vor den Zug stürzte, der gerade den Bahnhof verließ.

Berufsunfähig und bankrott

Die nun seit sieben Jahren andauernden Ermittlungen wurden erschwert, weil der Schaffner seine Aussagen nachträglich änderte. Demnach gab er zunächst an, Sandor C. sei gestürzt, behauptete aber später, der Beklagte habe sich absichtlich vor den Zug geworfen.

Der Fall endete nun damit, dass der Beschuldigte zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verdonnert wurde und die Anwaltskosten in Höhe von umgerechnet gut 4.000 Euro berappen muss.

Sandor C. sagte nach Abschluss der Anhörung: „Natürlich ist es nicht das, was ich erwartet habe, ich bin enttäuscht.“ Vor dem Vorfall arbeitete Sandor in der Wärmeenergiebranche und installierte Heizkessel im In- und Ausland. Als er beide Beine verlor, endete seine Karriere. Nun moniert er, die Verletzung und der anschließende Rechtsstreit hätten ihn finanziell ruiniert.

Sandor hat noch weitereVersicherungsansprüche anhängig, aber angesichts der Entscheidung des Gerichts ist es unwahrscheinlich, dass er auf diese Weise zu Geld kommt. Noch ist nicht klar, ob er die aktuelle Entscheidung des Gerichts anfechten wird.

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