Von wegen naiv: Jugend sorgt fürs Alter vor

Die junge Generation scheint die eigene Vorsorge nicht länger vor sich herschieben zu wollen, zeigt eine neue Umfrage. Das Thema Nachhaltigkeit spielt dabei allerdings nur eine untergeordnete Rolle.

Jugend Bild: Adobe Stock/Drobot Dean

Laut einer Spiegel-Umfrage sorgen drei von vier jungen Menschen schon gesetzlich oder privat fürs Alter vor. Bild: Adobe Stock/Drobot Dean

Die Rentenreformen der jüngeren Vergangenheit hatten meist eines gemeinsam: Profiteuer war die jetzige Generation der Rentner, bezahlen muss die meist kostenintensiven Reformvorhaben (Mütterrente, Rente mit 63) meist die Jugend.  

Der Aufschrei der jüngeren Generation blieb aus – auch sonst war im Hinblick auf die eigene Altersvorsorge häufig von einer gewissen Apathie die Rede. Das Thema schien bei den Millennials und der Generation Z häufig auf die lange Bank geschoben zu werden. Dabei gehört es zu den unumstößlichen Fakten: Wer möchte, dass seine Altersvorsorge effektiv ist, fängt früh damit an. Zeit ist einer der wesentlichen Faktoren, wenn es um die Geldanlage geht.  

Drei von vier Jugendlichen sorgen vor

Umso erfreulicher liest sich eine aktuelle Civey-Umfrage, die im Auftrag des „Spiegels“ erstellt wurde. Dieser zufolge betreiben bereits mehr als drei von vier jungen Menschen zwischen 16 und 29 Jahren bereits Altersvorsorge.  

Allerdings: 46 Prozent der 4.000 Befragten erklärte lediglich, einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachzugehen. Sprich: Sie zahlen lediglich in die gesetzliche Rente ein. Dennoch ist der Prozentsatz derjenigen, die auch zusätzlich Geld für den eigenen Ruhestand zurücklegen, hoch. Nur 23 Prozent erklärten, gar keine Altersvorsorge zu betreiben.  

Viele andere scheinen hingegen auf die boomenden Aktienmärkte der vergangenen Jahre zu setzen. 35 Prozent gaben an, auf Aktien, Fonds und ETFs zu setzen. Vor allem die Indexfonds erlebten in den vergangenen Jahren einen starken Boom, wie mehrere Studien zuletzt bestätigten.

21 Prozent der jungen Menschen sparten darüber hinaus mittels einer betrieblichen Altersversorgung für den Ruhestand, 17 Prozent besitzen eine klassische Lebens- beziehungsweise Rentenversicherung. In eine Immobilie haben 16 Prozent investiert. Und auch die stark in Verruf geratene Riester-Rente findet unter Jugendlichen offenbar noch Anklang: Zwölf Prozent erklärten, eine solche abgeschlossen zu haben.  

Nachhaltigkeit spielt nur geringe Rolle

Ende Januar hatte der Versicherungsverband GDV für 2021 ein erstaunlich hohes Neugeschäft bei der Riester-Rente bekannt gegeben, gleichzeitig sinkt jedoch der Bestand. Die von der Politik angekündigte Reform der geförderten Altersvorsorge wird seit Jahren verschleppt – auch unter der Ampel bleibt abzuwarten, wie eine Reform am Ende aussehen wird.  

Interessant ist  bei der „Spiegel“-Umfrage die Aussage, dass vielen jungen Menschen der Faktor Nachhaltigkeit bei ihrer Geldanlage relativ egal zu sein scheint – andere Umfragen hatten zuletzt häufig eine starke Prävalenz der Jungen für eine ethisch ausgerichtete Geldanlage ermittelt. Laut „Spiegel“ sind ökologische und soziale Faktoren für gut die Hälfte der Befragten (46 Jahren) jedoch unerheblich – das gilt für Männer wie für Frauen. Nur 36 Prozent gaben an, hierauf zu achten.  

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