Weiterbildung: Welchen Anbietern Makler besonders vertrauen

Mit der IDD-Umsetzung kam es zur gesetzlichen Pflicht zur Weiterbildung aller am Versicherungsvertrieb Beteiligten. Der Weiterbildungsmarkt ist breit gefächert. Die Favoriten der Makler hat eine aktuelle Studie ermittelt.

Versicherungsvermittler müssen sich seit 2018 jährlich mindestens 15 Stunden weiterbilden. Welche konkreten Angebote sie jedoch in Anspruch nehmen und welche Anbieter sie bevorzugen, das können die Vermittler weitgehend selbst bestimmen.

Die entsprechenden Vorschriften zur Weiterbildung, die in der EU-Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD und der deutschen Versicherungsvermittlungsverordnung (VersVermV) zu finden sind, werfen in der Praxis aber immer wieder Fragen auf. Die BaFin und der DIHK haben daher vor einigen Monaten einen gemeinsamen Fragen-Antwort-Katalog veröffentlicht, der kürzlich aktualisiert wurde.

Vielfältige Anbieter und Angebote

Der Markt der externen Weiterbildungsanbieter ist relativ groß und sehr differenziert. Allein die Initiative „gut beraten“ listet etwa 150 freie Bildungsdienstleister auf, darunter auch Anwaltskanzleien, Unternehmensberatungen und bis hin zum kompletten Studium. Darüber hinaus bieten auch Versicherer und Pools zahlreiche Arten von Weiterbildung an.

Maklerpools und Maklerverbünde gelten als besonders gute Weiterbildungsanbieter. 77 Prozent der Befragten erachten deren Angebote als sehr gut geeignet, ihren persönlichen Weiterbildungsbedarf zu decken. Dies ergab eine Sonderbefragung zur Weiterbildung innerhalb der Studie „AC Trends I/2021“, die von der BBG Betriebsberatung unter 511 Maklern und Mehrfachagenten, die im Schnitt 56 Jahre alt sind und durchschnittlich auf 27,5 Jahre Berufserfahrung kommen, erhoben wurde.

Verbünde vor unabhängigen Anbietern

Damit haben Pools und Verbünde in der Gunst der Makler in Sachen Weiterbildung die unabhängigen Bildungsanbieter gegenüber der letzten BBG-Datenerhebung 2016 überholt. Letztere belegen nun mit 72 Prozent in der Maklergunst den zweiten Rang. Zu ihnen zählt beispielsweise die Online-Messe profino, die im vergangenen Jahr 174.000 Webinar-Anmeldungen registrieren konnte (2019: 121.000). Den dritten Platz teilen sich Berufsverbände (63 Prozent) und Versicherer (63 Prozent), wobei Mehrfachnennungen erlaubt waren.

Auch die Top-3-Anbieter im jeweiligen Segment wurden ermittelt:

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Online-Seminare sind besonders gefragt

Das gefragteste Weiterbildungsformat sind Online-Seminare, sagen 78 Prozent der Makler. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) sehnt sich jedoch auch nach Präsenzseminaren und -workshops, die aktuell coronabedingt nicht stattfinden können. E-Learning bzw. Selbststudium bevorzugen 42 Prozent der unabhängigen Vermittler.

Besonderen Weiterbildungsbedarf sehen die Befragten trotz Aufholung in der Corona-Krise im Bereich Digitalisierung, meinen 70 Prozent der Befragten. 56 Prozent melden derzeit erhöhten Wissensbedarf im Bereich IT. Noch stärker interessieren Rechts- und Haftungsfragen (64 Prozent).

So planen Makler Aufwand für die Weiterbildung

Mehr als drei Viertel der Befragten (78,6 Prozent) ermitteln ihren Weiterbildungsbedarf regelmäßig selbst. Die Ausgaben für die persönliche Weiterbildung lagen 2020 im Durchschnitt bei 816 Euro, davon bei 27 Prozent im Bereich zwischen 101 und 500 Euro. Für 2021 planen die Vermittler mit durchschnittlichen 1.018 Euro. Der zeitliche Aufwand 2020 für Weiterbildung betrug 13 Tage und liegt damit auf dem gleichen Niveau wie 2016. Die BBG-Studie kostet 1.547 Euro und kann hier bestellt werden.

Auf den Trend in Richtung E-Learning und/oder virtuelle Veranstaltungen hatte Frank Rottenbacher, AfW-Vorstand für Politik, Bildung und Qualifikation, schon vor einiger Zeit im procontra-Interview verwiesen. Wichtig sei insgesamt, dass die IDD-Weiterbildungsanforderungen inzwischen weitgehend klar sind. Das war lange Zeit nicht der Fall.

Zulauf besonders beim E-Learning

Die Makler-Genossenschaft VEMA hatte kürzlich erste Zahlen für 2020 vorgelegt. In Sachen Weiterbildung war das Angebot der unternehmenseigenen Akademie von weiter steigender Nachfrage geprägt. Über 185.000 Teilnehmer (2019: 140.000) sammelten mehr als 165.700 anrechenbare Weiterbildungsstunden (2019: rund 126.700). Die VEMA-Akademie war 2015 gegründet worden und richtet sich ausschließlich an Partner-Makler.

„Unsere Themen werden von Maklern für Makler ausgewählt und orientieren sich eng an aktuellen Problemstellungen des betrieblichen Alltags“, erklärt Andreas Brunner, Vorstand der VEMA und Leiter der Akademie. Die größten Zuwächse 2020 gab es im Bereich computergestützter Seminare, insbesondere beim selbstgesteuerten E-Learning mit über 91.500 Zugriffen auf eine Mediathek (2019: 62.600) – Beleg für den zunehmenden Bedarf an fachlich fundierter, rund um die Uhr abrufbarer Weiterbildung.

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