Whistleblower: BaFin meldet enorme Zunahme von Hinweisen

Die Finanzaufsichtsbehörde will es Whistleblowern noch einfacher machen, brisante Informationen zu melden. Die bisherigen Bemühungen der BaFin scheinen sich auszuzahlen: Die Anzahl der gemeldeten Hinweise habe sich mittlerweile vervierfacht.

Erst im August vergangenen Jahres hatte die BaFin ihre Hinweisgeberstelle, an die sich Whistleblower wenden können, neu aufgestellt. Damals hieß es seitens der Behörde vergleichsweise vage: „Ein risikoorientierter Ansatz und ein umfassendes Monitoring ermöglichen es der BaFin, wertvolle Informationen zu sammeln und zu analysieren, um dann zielgerichtet zu agieren.“

Eigens dafür wurde die Market Contact Group (MCG) ins Leben gerufen, in der eingereichte Informationen zentral entgegengenommen und an die jeweiligen Fachbereiche weitergeleitet werden. Bei Bedarf stellt die MCG auch den direkten Kontakt zu Experten des zuständigen Fachbereichs her. „Man muss versuchen, die wichtigen und richtigen Hinweise herauszufiltern. Wir müssen ein Gesamtbild zusammensetzen, auf dessen Basis man entscheiden kann“, erklärt BaFin-Präsident Mark Branson im aktuellen BaFin-Journal.

Offenbar fruchten die Bemühungen: Seit 2017 habe sich die Zahl der gemeldeten Hinweise, die auch anonym entgegengenommen werden, vervierfacht. Während vor fünf Jahren nur 629 Hinweise eingegangen seien, habe die BaFin im vergangenen Jahr bereits insgesamt 2.281 Hinweise bearbeitet. Rund 50 Hinweise seien 2021 bei der Market Contact Group eingegangen.

Auslöser für das generelle BaFin-Makeover war auch der Wirecard-Skandal: Demnach sei bei der Aufarbeitung des Skandals deutlich geworden, dass die bereits seit Mitte 2016 bestehende Hinweisgeberstelle noch sichtbarer und besser erreichbar werden müsse, übt sich die Behörde in Selbstkritik.

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