1,2 Mrd. Euro: Historischer Schaden durch Waldbrände in Kalifornien
Rückversicherungskonzern Munich Re hat am Mittwoch die Geschäftsergebnisse 2024 vorgestellt. Im Geschäftsjahr 2024 erzielte Munich Re ein Konzernergebnis von 5.671 (4.597) Millionen Euro und kündigt an, dieses im Laufe des Jahres auf 6 Milliarden Euro steigern zu wollen. Allerdings verlief das vergangene Jahr für die Versicherungswirtschaft nicht ohne Herausforderungen, wie zum einen historische Schadengroßereignisse, aber auch schlechtere Schaden-Kosten-Quoten in der Sach- und Haftpflichtversicherung.
Geringeres Geschäftsvolumen gezeichnet
Dennoch zeigt sich Vorstandschef Joachim Wenning zuversichtlich für 2025, was offenbar auch mit einigen Veränderungen in der Erneuerungsrunde zusammenhängt. Bei der Erneuerung der Rückversicherungsverträge per 1. Januar 2025 sank das von Munich Re gezeichnete Geschäftsvolumen leicht um 2,4 Prozent auf 15,6 Milliarden Euro. „Geschäft, das nicht unseren Vorstellungen hinsichtlich Preis und Bedingungen entspricht, wurde konsequent aufgegeben", heißt es in dem Geschäftsbericht. Auf Nachfrage von procontra sagt ein Munich-Re-Sprecher, dass bewusst dort Geschäft reduziert wurde, wo es nicht den Risiko-Rendite-Anforderungen entsprach. "Das war in dieser Erneuerungsrunde zum Beispiel im Bereich Haftpflicht und in der Sachversicherung der Fall", so der Sprecher.
Belastung durch Großschäden steigt
Die Gesamtbelastung durch Großschäden betrug 2024 3.885 (3.278) Millionen Euro. Diese Beträge beinhalten Gewinne und Verluste aus der Abwicklung für Großschäden aus vergangenen Jahren. Die Großschadenbelastung entspricht einem Anteil von 14,3 Prozent (12,6 Prozent im Vorjahr) des Versicherungsumsatzes (netto) und lag damit im Gesamtjahr leicht über dem erwarteten Wert von 14 Prozent. Die von Menschen verursachten Großschäden summierten sich auf 1.241 (943) Millionen Euro. Die Belastung durch Großschäden aus Naturkatastrophen stieg auf 2.644 (2.335) Millionen Euro.
Hurrikan Helene teuerster Einzelschaden
Mit rund 0,5 Milliarden Euro war Hurrikan Helene, der schwere Verwüstungen im Südosten der USA anrichtete, der teuerste Einzelschaden des Jahres. Im vierten Quartal war Hurrikan Milton mit 0,4 Milliarden Euro. Hinzu kam eine Reihe von Flut-, Gewitter- und Sturmereignissen, insbesondere in Nordamerika, der Karibik und Europa.
Schäden durch die Brände in LA können nur geschätzt werden
Auch wenn die Belastungen durch die verheerenden Brände in Los Angeles im Januar 2025 noch nicht genau abgeschätzt werden können, ist bereits absehbar, dass es sich für die Versicherungsindustrie um den historisch bislang höchsten Waldbrandschaden handelt, der diese mit bis zu 35 Milliarden bis 40 Milliarden Dollar belasten wird, wie Vorstandschef Joachim Wenning schätzt. Munich Re erwartet daraus eine Belastung von insgesamt rund 1,2 Milliarden Euro für die Rückversicherung Schaden/Unfall und Global Specialty Insurance. Diese Schätzung ist zu diesem frühen Zeitpunkt angesichts der Komplexität des Schadenbilds noch mit hoher Unsicherheit behaftet.