LV-Check

Die 10 Lebensversicherer mit der höchsten Verwaltungskostenquote

Vier Mal in Folge stieg die Verwaltungskostenquote zuletzt – 2024 sank sie nun erstmals wieder. Allerdings sind die Unterschiede am Markt gewaltig, wie ein Blick in den aktuellen LV-Check von procontra zeigt. Wer in diesem Jahr besonders hohe Quoten aufwies, lesen Sie in der untenstehenden Bilderstrecke.

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13:08 Uhr | 28. August | 2025
Ein Bündel 100-Euro-Scheine liegt neben einem Taschenrechner

Die Verwaltungskostenquote ist ein Indiz dafür, wie effizient die Lebensversicherer die bestehenden Verträge verwalten.

| Quelle: deepblue4you

Der Bann ist gebrochen: Nachdem die Verwaltungskostenquote der deutschen Lebensversicherer zuletzt vier Mal in Folge gestiegen war, sank sie 2024 wieder und liegt mit 2,19 Prozent wieder leicht unter den Vorjahren (2023: 2,39 Prozent; 2022: 2,24 Prozent). 2019 hatte sie jedoch mit 1,94 Prozent noch deutlich niedriger gelegen.

Die Verwaltungskostenquote ist ein Indiz dafür, wie effizient die Lebensversicherer die bestehenden Verträge verwalten. Die Versicherer stehen dabei vor der Herausforderung, die hierfür anfallenden Kosten möglichst gering ausfallen zu lassen, gleichzeitig jedoch auch eine gewisse Servicequalität aufrecht zu erhalten. Eine hohe Verwaltungskostenquote kann folglich sowohl ein hohes Service-Niveau bedeuten, jedoch auch einen Hinweis auf veraltete IT-Systeme liefern, die die Prozesse beim Versicherer kompliziert, fehleranfällig und damit kostenanfällig machen.

Nicht bei allen Versicherern sinkt die Quote

Dass die Versicherer im vergangenen Jahr ihre Kostenquote senken konnte, liegt vor allem an den 2024 wieder gestiegenen Bruttobeitragseinnahmen, die vor allem aus einem starken Einmalbeitragsgeschäft resultierten. Doch nicht jeder Versicherer konnte von dieser Entwicklung profitieren, wie ein Blick in den aktuellen procontra-LV-Check verdeutlicht.

Beispiel Inter: Beim Mannheimer Versicherer stieg die Verwaltungskostenquote im Vergleich zum Vorjahr von 3,57 auf 3,94 Prozent. „Die Entwicklung unserer Verwaltungskostenquote in der Lebensversicherung ist im Wesentlichen auf umfangreiche Investitionen in die Modernisierung unserer IT-Systeme zurückzuführen“, nannte ein Inter-Sprecher auf procontra-Nachfrage den laut Unternehmen hierfür maßgeblichen Grund. „In den vergangenen Jahren haben wir unsere IT-Infrastruktur grundlegend erneuert und werden unsere bisherigen Bestandsführungssysteme durch eine moderne, zukunftsfähige Software ersetzen.“ Mittelfristig verspricht sich der Versicherer dadurch eine Effizienzsteigerung, die sich letztlich auch einer sinkenden Verwaltungskostenquote widerspiegeln soll.

Eine deutliche Senkung gelang hingegen der HDI Lebensversicherung. Die Verwaltungskostenquote sank hier von 4,6 im Jahr 2023 auf nun 4,29 Prozent. Auch hier ist man mit zahlreichen Maßnahmen bemüht, die weiterhin deutlich über dem Marktschnitt liegende Verwaltungskostenquote zu senken. „Dazu zählen die Automatisierung von Geschäftsprozessen, die Schaffung einer einheitlichen IT-Plattform durch die Konsolidierung vieler IT-Systeme sowie die Straffung sämtlicher Funktion entlang der gesamten Wertschöpfungskette in einer agilen Organisation. Zudem wurde das Produktportfolio gestrafft und auf die Fokusbereiche fondsgebundene Altersvorsorge, betriebliche Altersversorgung und Biometrie ausgerichtet“, teilt eine Sprecherin hierzu mit.

Auch bei der Axa sank die Verwaltungskostenquote zuletzt merklich, von 3,87 auf 3,27 Prozent. Profitieren konnte die Axa laut einer Sprecherin dabei von höheren Einnahmen aus dem Einmalbeitragsgeschäft – gerade hierbei fallen die Verwaltungskosten gering aus.

Große Unterschiede am Markt

Die Unterschiede am Markt fallen jedoch enorm aus. Der Anbieter mit der niedrigsten Verwaltungskostenquote ist weiterhin der Direktversicherer Europa mit einer Quote von 0,78 Prozent. Es folgen die Allianz und Hanse-Merkur mit 1,16 bzw. 1,18 Prozent. Gerade die Allianz, aber auch die R+V (1,40) profitieren dabei von Skaleneffekten.

Auf der anderen Seite der Medaille gibt es Lebensversicherer mit einer Verwaltungskostenquote von 10,47 Prozent. Wer in diesem Jahr besonders hohe Quoten aufwies, lesen Sie in der untenstehenden Bilderstrecke.

Long story short:

Die Verwaltungskostenquote der deutschen Lebensversicherer sank 2024 erstmals seit vier Jahren wieder leicht auf 2,19 Prozent, bleibt jedoch höher als noch 2019 (1,94 Prozent). Während große Anbieter wie Allianz, Hanse-Merkur oder Europa von Skaleneffekten profitieren und sehr niedrige Quoten ausweisen, kämpfen andere Versicherer mit deutlich höheren Werten – teils im zweistelligen Bereich. Einzelne Gesellschaften wie HDI, Axa oder Inter setzen auf IT-Modernisierung, Automatisierung und Portfoliostraffung, um ihre über dem Marktschnitt liegenden Quoten mittelfristig zu senken.

LV-Check 2025: Die Versicherer mit den höchsten Verwaltungskostenquoten

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Platz 10: Inter (3,94 %)

Bei der Inter stieg die Verwaltungskostenquote 2024 wieder auf 3,94 Prozent, nachdem sie 2023 noch auf 3,57 Prozent gesunken war. Damit liegt die Quote praktisch auf dem Niveau von 2022, als sie 3,95 Prozent betrug.