Haftpflichtversicherung
2 Prominente, 2 Versicherer und viele Klagen: Für Heard kommt es jetzt noch härter

Es war der Promi-Prozess und zugleich die mediale Schlammschlacht des Jahres: Wegen Verleumdung hatte Schauspieler Johnny Depp seine einstige Gattin Amber Heard auf Schadenersatz in Höhe von 50 Millionen Dollar verklagt. Heard hatte im Jahr 2018 einen Text in der „Washington Post“ geschrieben, in dem sie sich als Opfer von häuslicher und sexualisierter Gewalt bezeichnet hatte. Der Name Depp war im besagten Text zwar nicht erwähnt worden – doch wer gemeint war, war offensichtlich.
Nachdem wochenlang die toxische Beziehung der beiden Schauspieler vor Gericht im Bezirk Fairfax im US-Bundesstaat Virginia rekapituliert worden war, gaben die Geschworenen Depp in weiten Teilen Recht. Zwar fiel der Schadenersatz nicht so üppig aus, wie von Depp gefordert, dennoch schuldet Heard ihrem Ex-Mann rund acht Millionen Dollar.
Für Heard kommt es jetzt noch härter. Denn die von ihre abgeschlossene Haftversicherung, die eigentlich einen Teil (eine Million Dollar) der Summe übernehmen sollte, weigert sich zu zahlen, wie das amerikanische Newsportal „TMZ“ berichtet. Zwar soll die bei der New York Marine and General Insurance Co. abgeschlossene Police auch Fehlverhalten von Seiten Heards abdecken – dazu gehört auch Verleumdung.
Allerdings decke die Versicherung kein vorsätzlich begangenes Fehlverhalten ab. Und das Verhalten Heards wertete die Jury nicht nur als vorsätzlich, sondern gar als bösartig, argumentiert der Versicherer, der seinerseits nun Klage gegen die Aquaman-Darstellerin eingereicht hat.
Das Klage-Karussell wird laut „Los Angeles Times“ wiederum durch eine Klage gegen die New York Maritime and General Insurance Co. durch einen weiteren Versicherer, Travellers, weitergedreht. Dieser hatte die enormen Anwaltskosten der Schauspielerin übernommen – bislang rund sechs Millionen Dollar – und verlangt nun, dass New York Maritime sich an diesen mindestens zur Hälfte beteiligt. Konkret geht es um die Frage, ob New York Maritime für die Kosten eines unabhängig bestellten Anwalts aufkommen muss und ob der Versicherer für alle gegen Heard ausgesprochenen Urteile haftet.
Eine komplett andere Wendung könnte die Geschichte übrigens durch einen weiteren Prozess kriegen. Denn wie mehrere Medien berichten, will Heard den Prozess gegen ihren Ex wiederholen lassen. Ihre Anwälte verweisen auf einen möglichen Verfahrensfehler – so habe sich ein Mitglied der Jury als jemand anderes ausgegeben.
