Tabellen, Vergleiche, Kundenanschreiben

3 Beispiele aus der Praxis: So können Makler KI im Arbeitsalltag nutzen

Die Erwartung der Menschen ist groß, dass die künstliche Intelligenz ihnen die Arbeit erleichtert. Wie Makler diese bereits konkret anwenden können, zeigte Muffintech-Gründer Simon Moser auf dem SVT in Karlsruhe.

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14:02 Uhr | 27. Februar | 2025
Simon Moser

Wie Makler die KI schon heute in ihrem Arbeitsalltag nutzen können, erzählte Muffintech-Gründer Simon Moser vor mehreren hundert Zuhörern auf dem Süddeutschen Versicherungstag (SVT) 2025 in Karlsruhe.

| Quelle: procontra

Schon seit etlichen Jahren ächzen Versicherungsmakler unter dem Anstieg der regulatorischen Anforderungen. Die Bürokratie konsumiere einen immer größeren Anteil am Arbeitstag, lautet der vielfach wiederholte Vorwurf. Dadurch würde immer weniger Zeit für die Kernleistung der Vermittler, die Kundenberatung, übrig bleiben. Zusätzlich leidet die gesamte Versicherungsbranche, durch die Verrentung der Babyboomer-Generation, unter wachsendem Personalbedarf, der auch vor Vermittlerbüros nicht Halt macht.

Wie schön wäre es da, einen Teil der täglichen Aufgaben von künstlicher Intelligenz (KI) erledigen beziehungsweise sich von dieser zeitsparend zuarbeiten zu lassen? Dass dies bereits in verschiedenen konkreten Anwendungsfällen (Use Cases) möglich ist, berichtete Muffintech-Gründer Simon Moser vor mehreren hundert Zuhörern auf dem Süddeutschen Versicherungstag (SVT) 2025 in Karlsruhe. Dort zeigte er live auf der Bühne einige Use Cases, die Partnervermittler seines Kunden, dem Maklerpool [pma:], bereits nutzen können.

Laut Moser müssen die Anwender keine KI-Experten sein. Wichtig sei nur, dass sie ihre Forderungen, die sogenannten Prompts, an das Tool möglichst konkret eingeben. Folgend finden sich einige Formulierungsbeispiele aus seinem Vortrag. Dabei hatte er bewusst ein paar Rechtschreibfehler eingebaut, um zu testen, wie gut die KI damit zurechtkommt:

  1. Welche Elementarschäden deckt der Exzellenzschutz der Hausratversicherung der Ammerländer ab?

  2. Formuliere eine Email an meinen Kunden Thomas Müller und erkläre die Hauptunterschiede zwischen den Tarifen einfach und verständlich. Formuliere die Mail höflich aber nicht zu förmnlich und empfehle am Ende des Exklusiv-Garant-Tarif.

  3. Erstelle mir eine Tabelle mit einer Übersicht der Privaten Haftpflicht Partnertarife der VHV.

Die Erstellung des Ergebnisses dauerte jeweils nur ein paar Sekunden. Im ersten Fall wurden eine Auflistung erstellt und als PDF-Datei die Versicherungsbedingungen der Ammerländer angehängt. Im zweiten Fall wurde die E-Mail geschrieben und mit Leistungsauszügen des gesuchten VHV-Tarifs ergänzt. Auf den Hinweis an die KI, dass man Thomas vom Fußball kenne und mit ihm befreundet sei, schlug diese in der E-Mail einen lockereren, freundschaftlichen Ton an. Im dritten Fall wurde eine Tabelle erstellt.

Zuspruch aus dem Publikum

procontra gab die drei Prompts testweise auch bei der offenen Anwendung ChatGPT ein. Die Ergebnisse wichen leicht von denen aus dem [pma:]-System ab. Laut Moser sind in diesem die Tarifdaten, auf denen die KI-Ergebnisse basieren, offiziell hinterlegt. Mit dieser Datenbasis sollten Makler also auf der sicheren Seite sein.

In jedem Fall fand seine Live-Darbietung einigen Anklang auf dem SVT. Geschätzt ein Drittel der zuhörenden Maklerinnen und Makler machten per Handzeichen klar, dass sie das System, so wie im Vortrag präsentiert, am liebsten direkt bei sich einsetzen würden.

Transparenzhinweis: Der Alsterspree Verlag, zu dem auch procontra gehört, ist mit einem sehr kleinen Anteil an Muffintech beteiligt.