Rechtsschutz: Was Top-Tarife heute leisten müssen
Was das Thema Schadenersatz anbelangt, so haben wir in Deutschland noch nicht die oft zitierten „amerikanischen Verhältnisse“. Das heißt, Milliardenforderungen sind eher selten. Dennoch haben sich in der modernen Gesellschaft neue Risiken aufgetan, zum Beispiel durch Online-Aktivitäten, die auch den Bedarf nach Rechtsschutzversicherungen erhöhen.
Unter anderem aus diesem Grund hat das Analysehaus Franke und Bornberg seinen Kriterienkatalog im Rechtsschutz-Rating für Privattarife um „Identitätsmissbrauch und das Entfernen rufschädigender Inhalte“ erweitert. Insgesamt 81 Prüfkriterien kamen zum Einsatz, sechs mehr als im Vorjahr. Getestet wurden 258 Tarife und Tarifvarianten von 38 Gesellschaften. Dabei wurden die Leistungen analysiert, die diese Produkte in den Bereichen Privat, Beruf, Verkehr und Wohnen für Singles und Familien bieten.
Für beide Zielgruppen erhielten jeweils 25 Tarife, also insgesamt etwa jeder fünfte Tarif, die Bestnote „FFF+“. Sechs Rechtsschutzversicherer bieten jeweils mindestens einen „FFF+“-Tarif für Singles und Familien. Diese sind: Arag, Lippische Landesbrand, Örag, Provinzial Nord Brandkasse, Provinzial Versicherung und Roland Rechtsschutz. Die ständig aktualisierte Ergebnisliste des Ratings findet sich hier. Im Schnitt, sagt Franke und Bornberg, kostet eine Police ab der zweitbesten Bewertung („FFF“) mit 150 Euro Selbstbeteiligung für Singles ab 300 Euro und für Familien ab 350 Euro im Jahr.
Die Hürde zu den Top-Tarifen
Neben mehr Schutz im Umgang mit dem Internet spielt aus Sicht von Franke und Bornberg auch der Bereich Verwaltungsrechtsschutz mittlerweile eine größere Rolle. Dabei geht es zum Beispiel um Streit bei der Studienplatzvergabe. An Relevanz verloren hätten dagegen Merkmale wie „Fahrer fremder Fahrzeuge“ und „Weltweiter Versicherungsschutz“, weil es in diesen Bereichen zwischen den Tarifen heute praktisch keine Unterschiede mehr gebe.
Eine ganz entscheidende Hürde zum Erreichen der Bestnote ist anscheinend die „vorsorgliche Rechtsberatung“. „Viele sehr gute Tarife scheitern an der Top-Note FFF+, weil sie keine anwaltliche Beratung bieten, wenn noch kein Rechtsschutzfall vorliegt“, erläutern die Analysten. Generell wichtig zum Erreichen der höchsten beiden Bewertungen seien auch gute Leistungen in den Bereichen Arbeitsrechtsschutz, Immobilienrechtsschutz sowie außergerichtlicher Verwaltungs-, Steuer- oder Sozialrechtsschutz.