Folgen für Leben- sowie Schaden-/Unfallversicherer

Wie Trumps „Zollhammer“ die deutschen Versicherer beeinflusst

US-Präsident Donald Trump hat Zölle für die gesamte Welt erlassen. Das dürfte schwere Folgen haben – auch die deutsche Versicherungswirtschaft bleibt nicht verschont.

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10:04 Uhr | 04. April | 2025
Donald Trump stellt die neuen Einfuhrzölle für die USA vor

Die neue Zollpolitik der USA dürfte auch die deutschen Versicherer treffen.

| Quelle: Chip Somodevilla / Staff

Donald Trump hat Zölle für die gesamte Welt erlassen – selbst die Heard- und McDonaldinseln, auf denen ausschließlich Seehunde und Pinguine leben, sind vom „Zollhammer“ des US-Präsidenten nicht verschont geblieben. In manchen Medien wird bereits die düstere Prognose geäußert, dass der 2. April 2025 als Beginn eines globalen Handelskriegs in die Geschichtsbücher eingehen könnte.

Auch aus Sicht der deutschen Versicherungswirtschaft können die Konsequenzen der Trumpschen Zollpläne für Europa und Deutschland ernst sein – und auch die Versicherer selbst könnten hierunter leiden.

"Fundamentaler Angriff"

„Das ist ein fundamentaler Angriff auf das offene, regelbasierte und multilaterale Welthandelssystem“, erklärte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen in einer Pressemitteilung des Verbands. „Das ist eine echte Zäsur.“

Ökonomen gehen durch die Bank davon aus, dass die Preise durch die neuen Zölle in Amerika steigen werden. Eine mögliche Folge: eine straffere Geldmarktpolitik. „Eine Aufwertung des Dollars könnte europäische Produkte auf dem US-Markt zwar relativ günstiger machen, aber zugleich die Importpreise in Europa erhöhen und somit die Inflation in Europa wieder antreiben“, zeigt sich Asmussen besorgt.

Viele Ökonomen prognostizieren eine Rezession in den USA – die Folgen dürften auch in Europa spürbar werden. Und spätestens hier beginnen dann auch die deutschen Versicherer, die Folgen von Trumps Zollplänen zu spüren.

Folgen für Leben- und Schaden-/Unfallversicherer

Denn ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum hierzulande würde das Beitragswachstum der Versicherer negativ beeinflussen. „Laut unseren Berechnungen könnte allein in der Lebensversicherung das Wachstum im Jahr 2025 um bis zu 1,7 Prozentpunkte niedriger ausfallen als ursprünglich prognostiziert“, sagt Asmussen.

Auch den Schaden- und Unfallversicherern droht ein möglicher Wachstumsrückgang, nach Berechnungen des GDV von bis zu 1,1 Prozentpunkten. Dieser Rückgang wäre vor allem auf Zweige wie Transport- und Luftfahrtversicherung sowie Kredit- und Kautionsversicherung zurückzuführen. 

Die deutschen Versicherer fordern nun schnelles Handeln, von Europa aber auch von Deutschland. Das umfasst Maßnahmen wie weniger Bürokratie und eine Stärkung des europäischen Kapitalmarktes, um die Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Wirtschaft zu stärken“, so Asmussen.